November 2016


Verband Privater Bauherren zum 40. Jubiläum: Die Wohnungsmisere kann nur mit den privaten Bauherren gelöst werden

BERLIN. Ganze 95 Milliarden Euro investieren private Bauherren jedes Jahr in Wohnungen. „Der Eigentumsanteil privater Bauherren am Gesamtbestand der vermieteten und selbstgenutzten Wohnungen liegt bei über 80 Prozent. Der größte Anteil unserer Wohnungen in Deutschland wird von privaten Bauherren gebaut, gekauft oder modernisiert.“ Dies betonte Thomas Penningh zum 40. Jubiläum des Verbands Privater Bauherren (VPB) gestern (22.) in Berlin. Der VPB-Präsident hieß dazu Vertreter der Politik und der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft in der Hamburger Landesvertretung willkommen.

Viele Millionen private Bauherren, so konstatierte der VPB-Chef, prägten durch ihr Engagement die Lebens-, Wohn- und auch Altersvorsorgebedingungen in Deutschland. Thomas Penningh betonte, es sei dem VPB immerwährende Verpflichtung, privaten Bauherren nicht nur persönliche und direkte Hilfe und Rat bei der Verwirklichung ihres Wohneigentums zu geben, sondern auch im steten Austausch die politischen Rahmenbedingungen für privates Wohneigentum auf Praxisgerechtigkeit zu überprüfen und zu verbessern.

Zu den Gratulanten gehörten hochkarätige Vertreter unterschiedlichster Politikbereiche. Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks sprach als Schirmherrin des vom VPB ausgelobten Ideenwettbewerbs. Gesucht waren einfache, zukunftsfähige Wohnlösungen, denn nach Erfahrungen der VPB-Sachverständigen taugen vor allem Bauten mit robuster, leicht verständlicher Handhabbarkeit für den Alltag.

Staatssekretär Ulrich Kelber stellte für das Justiz- und Verbraucherschutzministerium das neue Bauvertragsrecht vor, das nach jahrelangem Engagement des VPB nun endlich transparente Vertragsbedingungen für private Bauherren schaffen soll. VPB-Präsident Penningh mahnte erneut die zügige Umsetzung des Gesetzes an und stellte mit Britta Loskamp aus dem Arbeitsministerium im Anschluss den „Check-Bauen“ vor, der auch den Arbeitsschutz mit Transparenz für Bauherren verknüpft.

Matthias Günther, Direktor des renommierten Pestel Instituts, erläuterte anhand der neuesten wissenschaftlichen Studie, wie auch Menschen mit geringerem Einkommen Wohneigentum bilden könnten, wenn die politischen Rahmenbedingungen die eigene Wohnung nicht mehr gegenüber dem Mietwohnungsbau benachteiligten.

Penningh resümierte, Wohneigentum sei für immer weniger Menschen erschwinglich – trotz stabilen und soliden Einkommens. „Dabei könnten sie in vielen Regionen sogar günstiger im Eigentum wohnen als zur Miete und hätten parallel eine krisenfeste Altersvorsorge aufgebaut“, so der VPB-Präsident. Mit solchen Maßnahmen ließe sich auch der Druck auf den Mietwohnungsbau spürbar lindern.

„Deutschland“, so mahnte Penningh, „steht bei der Förderung der Wohneigentumsbildung wie auch bei der Eigentumsquote am Ende der Skala aller Industrienationen, in der entscheidenden Altersgruppe ist die Wohneigentumsquote sogar rückläufig. Hier muss gegengesteuert werden. Privates Engagement, das dem Staat sogar finanzielle Vorteile bringt, muss anerkannt werden.“

In der Offensive Wohneigentum fordert der VPB deshalb gemeinsam mit weiteren Spitzenverbänden dringend ein Umdenken in der Politik. VPB-Präsident Penningh versprach allen Bauherren auch für die kommenden Jahrzehnte die aktive Unterstützung durch den ältesten baubezogenen Verbraucherschutzverband: „Wir werden weiter für alle Bauherren da sein – von den strategischen Leitlinien der Politik bis hin zu den bundesweiten Baustellenbegehungen und Beratungen.“ In der abschließenden Podiumsrunde mit Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen wurden die angesprochenen Probleme und Lösungsmöglichkeiten intensiv diskutiert.