Dezember 2018


VPB: Winterbaustellen müssen regelmäßig gelüftet werden

BERLIN. Das Hauptproblem auf Winterbaustellen ist die Feuchtigkeit. Wenn Estrich aufgebracht oder die Innenwände verputzt werden, dann entsteht im Haus viel Feuchtigkeit. Und die muss raus, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Das funktioniert nur durch konsequentes Heizen und Lüften. Beides ist unentbehrlich, um Schäden zu verhindern. Ein spezielles Problem beobachten VPB-Experten immer wieder im Winter: Im Erdgeschoss und im ersten Stock wird verputzt und geheizt, während die Luke zum noch nicht ausgebauten und ungedämmten Dachgeschoss weit offen steht. Das ist bauphysikalisch fatal, warnen die VPB-Experten, denn die Feuchtigkeit aus dem unteren Bereich zieht wie in einem Kamin nach oben und schlägt sich dort an den kühlen Dachsparren nieder. Diese Feuchtigkeit führt fast immer zu Schimmelbefall, der später teuer saniert werden muss. Im schlimmsten Fall müssen Balken sogar ausgetauscht werden. Das Problem lässt sich vermeiden, wenn das Treppenloch zum unausgebauten Dach vor dem Ausbau geschlossen würde. Damit wären kühler und beheizter Bereich baulich getrennt. Die Feuchte aus Putz und Estrich könnte nicht ins Dach ziehen, sondern über die Fenster entlüftet werden.

VPB: Unverheiratete sollten beim Immobilienbesitz den Ernstfall regeln

BERLIN. Viele Paare, jüngere, wie ältere, leben heute ohne Trauschein zusammen. Etliche von ihnen kaufen gemeinsam Wohneigentum. Was passiert eigentlich, wenn ein Partner stirbt? Ganz gleich, ob beide Eigentümer der Wohnung waren oder nur der verstorbene Partner, falls kein Testament vorliegt, steht Ärger ins Haus. Unverheiratete haben nämlich kein gesetzliches Erbrecht. Sie können vorbauen, indem sie ein Testament oder einen Erbvertrag machen, sich darin gegenseitig als Erben einsetzen, und so das Vermögen und damit auch den eigenen Anteil an der Immobilie dem Partner beim Ableben übertragen. Allerdings haben Unverheiratete im Erbfall nur einen geringen Freibetrag von 20.000 Euro. Auf das restliche Erbe erhebt das Finanzamt Erbschaftssteuer; bei einer Immobilie sind das 30 Prozent vom Verkehrswert. Außerdem können Angehörige des Verstorbenen auf ihren Pflichtteil pochen; der beträgt in der Regel die Hälfte vom gesetzlichen Erbteil. Es ist also gut, wenn neben der Wohnung auch noch ausreichend Geld vorhanden ist, um eventuelle Erben aus- und Steuern bezahlen zu können. Eine weitere Möglichkeit, dem überlebenden Partner die Wohnung zu erhalten, ist die Einräumung eines Wohnrechts oder Nießbrauchs für den überlebenden Partner. Hilfreich können auch Risikolebensversicherungen sein. Aber auch dabei gibt es vieles zu beachten. Entscheidend ist übrigens immer der Verkehrswert der Immobilie – und der steigt aktuell bei vielen Immobilien. Eigentümer können sich darüber freuen. Unverheiratete sollten aber auch den Ernstfall regeln.

Studie des Instituts Privater Bauherren offenbart: Verbraucherrechte für private Bauherren werden noch umgangen

BERLIN. Das Gros der Bauherren und auch viele Bauunternehmer sind noch immer ahnungslos, wenn es um die neu eingeführten gesetzlichen Verbraucherrechte im Vertrag für ein Schlüsselfertighaus geht. Ein Jahr nach Inkrafttreten des neuen Bauvertragsrechts am 1. Januar 2018 hat das Institut Privater Bauherren eine Studie dazu herausgegeben: Die Kenntnisse über die wichtigen Verbraucherschutzelemente der neuen Rechtslage sind nach wie vor mehr als mager. Das zeigt die zugrunde liegende Auswertung von Bauvorhaben aus den Regionalbüros des Verbands Privater Bauherren (VPB), in denen bundesweit private Bauherren durch neutrale Experten beraten und betreut werden.

Das Fazit nach einem Jahr mit verbesserter Gesetzeslage ist noch sehr ernüchternd: Bei 85 Prozent der stichprobenartig ausgewählten Bauvorhaben waren den privaten Bauherren ihre neuen Rechte zunächst noch gar nicht bewusst. Nun sind private Bauherren Laien und bauen meist nur einmal im Leben. Baufirmen dagegen sind Profis und sollten über Recht und Gesetz Bescheid wissen. Laut Studie ist aber auch dem nicht so: Auch 78 Prozent der ausführenden Schlüsselfertigbaufirmen hatten ebenfalls noch keine Kenntnis vom neuen Bauvertragsrecht.

Detailliertere Fragen nach dem Widerrufsrecht, der letzten Rate des Zahlungsplans, dem Recht auf eine korrekte Baubeschreibung oder auf die Herausgabe wichtiger Bauunterlagen brachten ähnliche Erkenntnisse. In allen Punkten bescheinigt die Studie auch den Baufirmen noch weitgehende Ignoranz.

VPB: Schnee vom Haus fernhalten

BERLIN. Vor allem, wenn es friert und schneit, sollten Hausbesitzer regelmäßig Kontrollgänge um ihr Heim machen, empfiehlt der Verband Privater Bauherren (VPB). Dabei Schneeverwehungen an Hausecken und Terrassen- sowie Balkontüren beseitigen. Beginnt es nämlich zu tauen, läuft das Tauwasser oft durch die Türen ins Haus oder durchfeuchtet das Mauerwerk. Schwieriger wird es, Schneeverwehungen auf dem Dach zu beseitigen. Dabei können auch hier durch Tauwasser Schäden entstehen. Beispielsweise, wenn auf der Südseite der Schnee direkt auf der Dachfläche aber noch unter der geschlossenen Schneeschicht zu tauen beginnt. Das Wasser kann dann nicht ablaufen und sucht sich seinen Weg über die Ziegel ins Haus. Oft passiert das auch an Kamineinfassungen oder Dachflächenfenstern. Da hilft nur eins: Nach dem Tauwetter umgehend die Schäden beseitigen lassen. Denn feuchte Wärmedämmung schimmelt – und sie dämmt nicht mehr. Problematisch sind mitunter auch die Dächer von Carports, Gartenlauben und Garagen. Sie sind – zumal als Marke Eigenbau – nicht immer ausreichend für Schneelasten dimensioniert. Auch dort, so raten VPB-Experten, muss die Schneelast vom Dach geholt werden, ehe es einbricht.

VPB: Bauherren müssen Abnahmetermine ernst nehmen

BERLIN. Das neue Bauvertragsrecht, das am 1. Januar 2018 in Kraft getreten ist und für alle seither geschlossenen Bauverträge gilt, enthält neben Verbesserungen für private Bauherren auch problematische Regelungen. Dazu gehört nach Einschätzung des Verbands Privater Bauherren (VPB) auch die Neufassung der sogenannten Abnahmefiktion. Sie besagt: Setzt nach Fertigstellung des Werks der Unternehmer den Bauherren eine angemessene Frist zur Abnahme, und verweigern die Bauherren die Abnahme ohne Angabe von Mängeln oder erklären sie überhaupt nichts oder erscheinen erst gar nicht, dann fingiert das Gesetz die Abnahme als erfolgt! Diese Neuregelung, die vor allem die Verhältnisse zwischen Baufirmen und ihren Subunternehmern klären sollte, setzt private Bauherren unter enormen Zeitdruck. Sobald das Werk fertiggestellt ist, kann der Unternehmer nun eine angemessene Frist zur Abnahme setzen. Als angemessen gelten zehn bis 14 Tage. Innerhalb dieser Zeit müssen die Bauherren den Bau entweder abnehmen oder aber mindestens ein Mangelsymptom nennen. Können sie das nicht, bekommen sie keinen Aufschub mehr. Der Bau gilt dann als abgenommen. Diese Abnahmefiktion greift aber nur, wenn der Unternehmer die Verbraucher-Bauherren vorab und in Textform über die Rechtsfolgen informiert hat. Dazu reicht schon eine E-Mail. Bauherren sollten solche Schreiben in Zukunft also keinesfalls ignorieren, sondern umgehend und mit Unterstützung ihres Bausachverständigen klären, ob das Haus, das sie nun übernehmen sollen, auch tatsächlich fertig und mängelfrei ist.

VPB: Bauherren sollten auch die Entwürfe ihres Hauses kennen und prüfen

BERLIN. Wer schlüsselfertig baut, entscheidet sich für einen standardisierten Haustyp. Damit, so hoffen viele, haben sie mit dem Hausbau möglichst wenig zu tun. Folglich merken Bauherren oft erst während der Bauzeit, wenn das Haus doch nicht ihren Erwartungen entspricht. „Ich rate meinen Bauherren deshalb, schon vor Vertragsunterschrift auch die vorliegenden Hausentwürfe durchzusprechen“, empfiehlt Dipl.-Ing. Norman Dietz. „Die Hausentwürfe werden nämlich Vertragsbestandteil, notwendige Änderungen sind später schwierig oder nur mit Zusatzkosten durchzusetzen.“ Der Sachverständige des Verbands Privater Bauherren (VPB) im VPB-Regionalbüro Hildesheim prüft regelmäßig Bauvertragsentwürfe für Bauherren und kontrolliert später den laufenden Baufortschritt.

Auch andere VPB-Berater stellen fest, dass Bauherren die Entwurfsplanung oft für unverrückbar vorgegeben halten. Fragen, ob das Haus zum Raumprogramm der Bauherren passt, ob es barrierearm ist und damit bis ins Alter bewohnbar bleibt, werden deshalb selten geprüft. Noch weniger rücken eigentlich wichtige Detailfragen in den Vordergrund. „Bauherren beschäftigten sich schon sehr früh mit der Küchenplanung“, beobachtet Norman Dietz, „aber die Planung des Badezimmers oder Gästetoilette wird selten im Vorfeld betrachtet, obwohl dort aufgrund der optischen Ausführung am meisten gestritten wird.“

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