Juli 2020


VPB-Bericht: Viele Baufehler lassen sich durch sachverständige Kontrolle vermeiden

BERLIN. Bauen ist komplizierter geworden. Die anspruchsvolle Technik der gesetzlich geforderten hocheffizienten Gebäude stellt alle am Bau Beteiligten vor ständig neue Herausforderungen. Die Umsetzung auf der Baustelle gelingt nicht immer auf Anhieb. Fehler passieren, so die wiederkehrende Erfahrung der Sachverständigen im Netzwerk des Verbands Privater Bauherren (VPB). Zwar führt nicht jeder Baufehler zu gravierenden Schäden, aber sie kosten Bauherren Zeit und Nerven und oft genug auch Geld. Deshalb lohnt es sich, Baufehler am besten von vornherein zu vermeiden. Das gelingt, wenn Bauherren ihre Baustellen regelmäßig von unabhängigen Sachverständigen kontrollieren lassen und diese Experten auch genau wissen, wo sie hinschauen müssen. Fehlerschwerpunkte liegen vorwiegend in der Ausführung und auch in der Planung. Wo beim Bauen etwas schief geht, hat der Verband Privater Bauherren gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. in der Studie „Baufehler an Wohngebäuden“ zusammengestellt und analysiert. Der Bericht kann über den VPB-Shop bestellt werden unter https://www.vpb.de/studie-baufehlerbericht.html

VPB: Schlussrechnung nicht vorzeitig überweisen

BERLIN. Die meisten Menschen bauen nur einmal im Leben und machen dabei – mangels eigener Erfahrungen, oft die gleichen Fehler wie andere Bauherren. Ein Klassiker ist das frühzeitige Bezahlen der Schlussrechnung, wie die bundesweit tätigen Sachverständigen im Verband Privater Bauherren (VPB) immer wieder feststellen. Die Schlussrechnung wird erst fällig, wenn zwei Voraussetzungen gegeben sind: Zum einen muss das Bauwerk abgenommen worden sein! Zum zweiten muss die Rechnung prüfbar sein, beziehungsweise dürfen die Bauherren 30 Tage nach Zugang der Rechnung deren fehlende Prüffähigkeit noch nicht gerügt haben. Die Bauabnahme ist der wichtigste Rechtsakt nach der Unterzeichnung des Bauvertrags. Mit der Bauabnahme beginnt die Gewährleistungsfrist. Ab diesem Zeitpunkt müssen die Bauherren dem Unternehmer alle Mängel nachweisen. Außerdem gehen mit der Unterzeichnung der offiziellen Bauabnahme auch alle Gefahren und Risiken auf die Bauherren über. Das heißt, die Bauherren müssen ihr Haus nun selbst versichern – gegen Brand, Wasser- oder Sturmschäden. Bauherren müssen also zur Abnahme wirklich sicher sein, dass ihr Haus mängelfrei und in Ordnung ist. Wird die Schlussrechnung ohne Vor- oder Einbehalte schon vor der Abnahme überwiesen, kann der Bau sogar als mängelfrei abgenommen gelten, dann nämlich, wenn im vorbehaltlosen Zahlen des Restbetrages zugleich eine Akzeptanz des Werks gesehen werden kann. Zeigen sich später Mängel, kann das für die Bauherren sehr teuer werden, weil sie nun die Beweislast tragen und unter Umständen für die Beseitigung der Mängel selbst aufkommen müssen.

VPB: Türen nicht nur nach Aussehen wählen

BERLIN. Wer baut oder saniert, muss sich früher oder später für Türen entscheiden. Meist fällt die Wahl anhand finanzieller oder gestalterischer Kriterien. Dabei gehören Türen zu den wichtigen Bauelementen, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Haustüren, auch Kelleraußentüren oder Verbindungstüren zwischen Haus und Garage müssen vor allem einbruchsicher sein. WC-Türen dienen dem Schutz der Privatsphäre. Jugendzimmertüren sollten einen gewissen Schallschutz bieten. Dabei ist es gut zu wissen: Je schwerer das Baumaterial, umso besser der Schallschutz! Kaum Aufmerksamkeit widmen viele Bauherren den Kellertüren. Dabei sind sie – ebenso wie die Windfangtüren – entscheidend für die Energieeinsparung! Gerade Kellertüren trennen meist den beheizten vom unbeheizten Bereich. In der Energieplanung werden viele Keller nicht in die gedämmte Hülle des Hauses einbezogen und müssen entsprechend auch nicht geheizt werden. Umso wichtiger ist der Einbau einer Kellertür – die dann natürlich auch geschlossen werden muss. Viele Bauherren wissen das nicht. Die Kellertür ist übrigens auch in Radongebieten unentbehrlich: Durch regelmäßiges Lüften des Kellers und das konsequente Schließen der Kellertür wird dem Radon das Aufsteigen in die Erdgeschossräume erschwert. Innentüren sind also weit mehr als gestalterische Elemente.

VPB: Nicht immer ist genug Platz für eine Solaranlage!

BERLIN. Wer auf seinem Dach Solarenergie ernten möchte, braucht dazu eine möglichst große Fläche, damit die Anlage rentabel arbeitet. Viele Eigentümer, die sich zur Nachrüstung ihres Dachs entschließen,  planen deshalb die Solaranlagen gerne bis an den Rand der Dachfläche. Das ist aber nicht immer erlaubt, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB): Dann nämlich, wenn das Dach an einer Brandwand endet. Brandwände – und alle Wände, die statt Brandwänden nach der jeweiligen Landesbauordnung erlaubt sind – sollen die Ausbreitung von Feuer verhindern. Da Solar- und Photovoltaikanlagen aber auch aus brennbaren Materialien bestehen, müssen entweder die Brandmauern deutlich über die Dachfläche hinaus erhöht werden oder die Solaranlagen dürfen nicht bis an den Dachrand gebaut werden. Die Musterbauordnung, der die meisten Bundesländer in diesem Punkt folgen, sieht einen Mindestabstand für Solaranlagen von 1,25 Meter bis zur Brandwand vor. Da kann also einiges an solarer Nutzungsfläche verloren gehen. Wer ein freistehendes Einfamilienhaus besitzt, das die entsprechenden – in der Regel mindestens sechs Meter – Abstände zur Nachbarbebauung einhält, hat zur Verhinderung des Feuerübergangs auf ein weiteres Gebäude alles Nötige getan. Brandschutzrechtlich betrachtet kann die  gesamte Dachfläche mit einer Solaranlage bebaut werden. Anders ist es bei Reihen- und Doppelhäusern. Es gibt auch Gestaltungssatzungen, die die Errichtung von Solaranlagen reglementieren. Gleiches gilt für den Denkmalschutz. Er kann die Installation einer Solaranlage sogar ganz oder teilweise unmöglich machen. Bevor Hauseigentümer also das ganze Dach beplanen, sollten sie sich bei den zuständigen Behörden erkundigen, was zulässig ist – und natürlich mit dem Sachverständigen Fragen beispielsweise der Statik oder Leitungsführung besprechen.

VPB: Nicht auf „Dach-Haie“ einlassen

BERLIN. Der Sommer ist die Zeit der Haustürgeschäfte. Jetzt sind die fliegenden Handwerker unterwegs, die an der Haustür klingeln und unaufgefordert ihre Dienste anbieten, natürlich zu „einmaligen Sonderkonditionen“. „Dach-Haie“, wie sie in der seriösen Branche heißen, bieten vor allem schnelle Dienste auf dem Dach an, dort, wo niemand sie überwacht. Das ist die Masche: Schnell Auftrag an Land ziehen, bar kassieren und wieder verschwinden. Was können Verbraucher tun, wenn Dienstleister an der Tür klingeln? Am besten auf nichts einlassen und nichts unterschreiben. „Wer unaufgefordert aufgesucht wird und zu Hause etwas vertraglich mit einem Unternehmer vereinbart, hat als Verbraucher grundsätzlich ein Widerrufsrecht“, erläutert Holger Freitag, Vertrauensanwalt des Verbands Privater Bauherren (VPB). „Es handelt sich um einen sogenannten Außergeschäftsraumvertrag.“ Dabei müssen die Hauseigentümer ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht belehrt werden. „Weil das bei unseriösen Firmen meist nicht passiert, verlängert sich die Widerrufsfrist in diesen Fällen neben den üblichen 14 Tagen nach Vertragsschluss um weitere zwölf Monate.“ Zumindest theoretisch. Das wissen aber auch die „Dach-Haie“ und versuchen gleich einen Vorschuss für Material zu kassieren. Diese Vorschüsse müssten zwar bei rechtzeitigem Widerruf grundsätzlich zurückerstattet werden, aber die Durchsetzung wird für die Hauseigentümer mühsam, der Erfolg ist nicht sicher. Die Firma ist in der Regel nicht mehr zu greifen. Das gilt auch bei mangelhafter Arbeit und bei Schäden, die die Firmen überhaupt erst verursachen. Deshalb: Keine Geschäfte an der Haustür machen.

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