September 2020


VPB-Ratgeber: Das sollten Verbraucher über Bauträgerverträge wissen

BERLIN. Reihen- und Doppelhaussiedlungen sind klassische Bauträgerobjekte und waren in den vergangenen Jahren die beliebteste Form des Wohnungseigentums in den Städten. Wer eine Immobilie vom Bauträger kaufen will, muss dazu einen Bauträgervertrag abschließen. Seit Inkrafttreten des Bauvertragsrechts Anfang 2018 gibt es erstmals gesetzliche Regelungen dazu, was ein „Bauträgervertrag“ ist und was er mindestens regeln muss, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB). Das typische Merkmal eines Bauträgers: Er baut stets auf eigenem Grund, weshalb der Kauf einer Bauträgerimmobilie auch immer notariell beurkundet werden muss. Die Käufer sind in diesen Fällen selbst keine Bauherren im Sinne der Landesbauordnungen, sondern Erwerber. Eigentümer werden sie erst ganz zum Schluss, wenn der Bau abgeschlossen, abgenommen und bezahlt ist. Das birgt Risiken, die Bauherren kennen sollten. Der Verband Privater Bauherren (VPB) hat dazu einen Ratgeber herausgebracht: Den Ratgeber „Bauträgervertrag – Das sind Ihre Verbraucherrechte!“ können Interessierte kostenlos von der VPB-Website herunterladen unter – https://www.vpb.de/download/VPB-Ratgeber_Bautraegervertrag.pdf.

VPB: Beim Einzug nicht unter Zeitdruck setzen lassen

BERLIN. „Jetzt im Herbst steigt bei Bauherren wieder die Nervosität: Sie möchten zu Weihnachten im neuen Heim sein. Deshalb kündigen viele schon jetzt ihre Wohnung. Das ist leichtfertig“, warnt Dipl.-Ing. (FH) Marc Ellinger, Sachverständiger beim Verband Privater Bauherren (VPB) und Leiter des VPB-Regionalbüros Freiburg-Südbaden. „Denn auch wenn Weihnachten als fester Einzugstermin im Bauvertrag steht, gelingt die pünktliche Übergabe nicht immer.“

Das neue Bauvertragsrecht macht es für alle ab 2018 abgeschlossenen Verträge von Verbrauchern, die auf eigenem Baugrund mit Schlüsselfertiganbietern bauen oder mit Bauträgern zur Pflicht: Ein verbindlicher Fertigstellungstermin oder eine verbindliche Bauzeit müssen geregelt sein. Aber Gesetz und Wirklichkeit müssen nicht immer übereinstimmen. Auf etlichen Baustellen, die zu Weihnachten abgeschlossen sein müssten, ist noch reichlich zu tun: Die Fassaden sind nicht fertig, im Innenausbau hakt es, die Außenanlagen sind nicht einmal begonnen. Weder Carport noch Garage sind aufgebaut, geschweige denn geliefert. „Manche Baufirmen schaffen das alles noch. Andere nicht“, beobachtet Marc Ellinger jedes Jahr aufs Neue und ärgert sich besonders über jene Firmen, die sich nicht einmal um die rechtzeitige Übergabe bemühen.

Denn Fakt ist: Haben die Bauherren ihre alte Bleibe gekündigt, dann sind sie in einer denkbar schwachen Verhandlungsposition, wenn es darum geht, Druck auf die Baufirma auszuüben. Ein Schadensersatzanspruch für die verzögerte Fertigstellung muss regelmäßig erst eingeklagt werden. Und, ob der Unternehmer am Ende noch solvent ist? Nur die Erfüllungssicherheit von fünf Prozent kann der Verbraucher dann noch heranziehen,

VPB: Vor dem Bau über Zuschüsse oder Steuervergünstigungen informieren

BERLIN. Für viele Neubau- und Sanierungsmaßnahmen gibt es öffentliche Förderung, oft als Zuschüsse, häufig auch als zinsgünstige Darlehen, mitunter als Steuererleichterung. Wer öffentliche Förderung in Anspruch nimmt, muss stets bestimmte Bedingungen erfüllen, gleich, ob es sich um Baukindergeld, KfW- oder BAFA-Zuschüsse beziehungsweise Kredite handelt oder um Steuererleichterungen etwa für Handwerkerarbeiten, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Dabei schließen sich manche Förderungen gegenseitig aus. Viele Maßnahmen, für die es Gelder gibt, müssen von zugelassenen Experten geplant und die Umsetzung  entsprechend beaufsichtigt werden. Ignorieren Antragsteller diese Bedingungen bewusst oder auch versehentlich, werden ihre Anträge entweder abgelehnt oder sie müssen die Fördermittel zurückerstatten. Das kann ein geplantes Projekt ausbremsen und einen bereits laufenden Bau  finanziell erheblich in Schieflage bringen. Der VPB rät deshalb: Bauherren und Sanierungswillige sollten schon früh in der Planungsphase mit ihren unabhängigen Sachverständigen überlegen, welche Förderungen zum eigenen Projekt passen und sich rentieren.

VPB: Fehlenden Brandschutz keinesfalls akzeptieren

BERLIN. Private Bauherren sollten fehlerhaften oder gar fehlenden vorbeugenden Brandschutz keinesfalls  auf die leichter Schulter nehmen, rät der Verband Privater Bauherren (VPB), denn Wohngebäudeversicherer, Baufinanzierer und auch die Bauaufsichtsbehörde tun das auch nicht! Im Gegenteil, sie reagieren höchst empfindlich: Wird der Brandschutz nicht eingehalten, schließt der Wohngebäudeversicherer den Versicherungsschutz für Brandschäden aus oder versagt sogar den gesamten Versicherungsschutz. Auch die den Bau finanzierenden Banken setzen grundsätzlich eine Wohngebäudeversicherung zur Freigabe des Kredits voraus. Fehlt der Brandschutz, droht die Rückabwicklung des Kredits. Und auch die Bauaufsichtsbehörde muss gegen die Bauherren vorgehen, sobald sie erfährt, dass Brandschutzvorschriften ignoriert wurden. Im schlimmsten Fall kann die Behörde sogar die Nutzung des Gebäudes untersagen! Bauherren sollten also, so rät der VPB, schon frühzeitig nach dem Brandschutzkonzept fragen, sich die Pläne dazu übergeben und diese von ihrem unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen.

Ombudsmann Immobilien hilft bei vertraglichen Problemen

BERLIN. Kaufen und Bauen sind komplex. Deshalb kann es dabei auch schon mal Streit geben – mit Baufirmen, Immobilienmaklern oder -verwaltern. Weil solche Auseinandersetzungen aber immer Zeit und Geld kosten, lohnt es sich, Streit zu vermeiden. Dafür steht den Verbrauchern seit Anfang 2017 der „Ombudsmann Immobilien IVD/VPB – Grunderwerb und -verwaltung“ zur Verfügung. Die vom Bundesamt für Justiz anerkannte Schlichtungsstelle wird vom Verband Privater Bauherren (VPB) und dem Immobilienverband Deutschland IVD gemeinsam betrieben. Seit 1. Juli 2020 ist Kai-Peter Breiholdt, anerkannter Rechtsexperte im Immobilienrecht und Fachanwalt für Miet- und WEG-Recht, der neue Ombudsmann von IVD und VPB. Er ist Nachfolger von Wolfgang Ball.

VPB: Baukosten sparen durch kleinere Wohnflächen

BERLIN. Bauen ist teuer wie lange nicht. Preiswert bauen kann aber, wer vernünftig plant und an Fläche und umbautem Raum spart, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Je kleiner die zukünftige Wohnfläche, umso preiswerter werden Hausbau und spätere Unterhaltung. Dabei geht der Verzicht bei guter Planung nicht zu Lasten des Komforts. Wer schlüsselfertig und ohne eigenen freien Architekten baut, sollte sich bei der Entscheidung für Grundrisse, Baustoffe und Ausstattung vom unabhängigen Sachverständigen beraten lassen. Firmen- und produktneutrale Beratung hilft bei der Suche nach effizienten Lösungen. Flächensparendes Planen zahlt sich auch beim Baukindergeld aus, denn der Zuschuss wir ja nach der Anzahl der Kinder berechnet und nicht nach der Wohnfläche.

VPB: Baubeschreibungen gehen oft von Idealbedingungen aus

BERLIN. Seit der Einführung des Bauvertragsrechts Anfang 2018 haben private Bauherren, die ein schlüsselfertiges Haus auf ihrem eigenen Grundstück ohne eigenen planenden Architekten bauen, das Recht auf eine detaillierte Baubeschreibung. Die meisten Baufirmen setzen bei diesen Angeboten Idealbedingungen voraus, die oft nicht den Gegebenheiten vor Ort entsprechen – und das, obwohl die Anbieter den zukünftigen Standort des Hauses kennen, kritisiert der Verband Privater Bauherren (VPB). In der Praxis werden beispielsweise bei Wind- und Schneelasten sowie bei den Erdbebenzonen die niedrigsten Werte angenommen, also wenig Wind, kaum Schneefall und keine Erdstöße. Wo solche idealen Bedingen herrschen, müssen Baufirmen keine zusätzlichen baulichen Sicherungsmaßnahmen vorsehen. Damit bleiben die Baukosten – scheinbar – niedrig. Das böse Erwachen kommt während der Genehmigungsphase: Sobald das Haus konkret geplant wird, müssen die realen Werte vor Ort berücksichtigt werden. Damit steigen die Anforderungen. Höhere Sicherheitsstandards gehen ins Geld. Damit solche Überraschungen nicht das Budget sprengen, ist es sinnvoll, den Bauvertrag vor der Unterzeichnung vom unabhängigen Sachverständigen prüfen zu lassen. Den Einstieg ins Bauvertragsrecht erleichtert die kostenlose VPB-Broschüre  „Neues Bauvertragsrecht – Informationen für Verbraucherbauherren“. Download im pdf-Format unter – https://www.vpb.de/download/Bauvertragsrecht_Information-fuer-Verbraucherbauherren.pdf

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