Thomas Postina

Thomas Postina, Geschäftsführer von PPR, bloggt über eines der spannendsten Themen unserer Gesellschaft: das Gesundheitswesen.

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Blog

Gesundheitspolitik ist extrem spannend. Irgendwo ist jeder von uns betroffen - ob Patient, ob Krankenhausdirektor oder Arzneimittelhersteller. In unserem Agentur-Blog nimmt sich PPR-Geschäftsführer Thomas Postina diesem weiten Themenfeld an: Regelmäßig bloggt er über Personen, Organisationen, Einrichtungen, Regelungen und Prozesse des deutschen Gesundheitswesens. Mischen Sie sich ein und diskutieren Sie mit.

AMNOGs ungeklärte Fragen

05 Aug 10

Thomas Postina

Mitte September geht die parlamentarische Sommerpause zu Ende. Die relative Ruhe, die sich in den letzten Wochen auch über die gesundheitspolitische Debatte gelegt hatte, lebt wieder auf. Nachdem das Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften und mit ihm die drastische Erhöhung der Herstellerrabatte vom Bundesrat kurz vor der Sommerpause noch durchgewinkt worden war, stehen in diesem Jahr noch zwei Gesetzesvorhaben auf der Agenda: Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) und die Finanzreform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Ende der Preisgestaltungsfreiheit naht

14 Jul 10

Thomas Postina

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel sind im vergangenen Jahr um 1,5 Milliarden Euro auf 30,7 Milliarden Euro gewachsen. Das ist ein Plus von 5,2 Prozent. Woran das liegt, darüber wollen in Berlin die üblichen Interpreten die Deutungshoheit gewinnen: Die Krankenkasse Barmer-GEK, der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) und das Wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen (WIdO) legen Jahr um Jahr ihren „Arzneimittel-Report“, ihren „Arzneimittel-Atlas“ oder ihren „Arznei-Verordnungsreport“ vor. Sie wissen genau um das politische Gewicht solcher Analysen, die in diesem Jahr besonders schwer wiegen. Immerhin hat das Bundeskabinett das Gesetzgebungsverfahren zum Arzneimittelneuordnungsgesetz in Gang gesetzt.

Gesundheitsprämie: Ganz oder gar nicht

09 Jun 10

Thomas Postina

Die einkommensunabhängige Gesundheitsprämie ist eines der wenigen Konzepte, die einen Ausweg weisen aus der demografische Falle, in der die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gefangen ist: Der Anteil der nicht mehr Erwerbstätigen steigt, das Verhältnis von Erwerbseinkommen zu anderen, nicht mit Gesundheitsabgaben belasteten Einkommensarten, etwa Miet- und Kapitaleinkünfte, verschiebt sich. Eine Lösung kann nur die Entkopplung der Finanzierung von den Erwerbseinkommen bringen. Darin sind sich nahezu alle Fachleute und Ökonomen einig.

Die Gesundheitsprämie bietet dazu die Chance, weil sie erstens: alle Einkommensarten umfasst, nämlich auch Mieteinnahmen oder Kapitalerträge, und zwar nicht nur der GKV-Versicherten, sondern zweitens auch all derjenigen, die Steuern zahlen müssen, also auch der Privatversicherten. Die Gesundheitsprämie zwingt also auch jene, ihr Scherflein zu den Gesundheitskosten beizutragen, die sich dank eines über der Beitragsbemessungsgrenze liegenden Einkommens aus der Solidargemeinschaft der gesetzlichen Krankenversicherten verabschieden können.

Gefesselte Champions

07 Mai 10

Thomas Postina

In Berlin zeigt sich ein erfreulicher neuer Trend: Die Gesundheitswirtschaft wird nicht mehr nur durch die sozialpolitische Brille als Kostenfaktor gesehen, der die Wirtschaft per Lohnnebenkosten erheblich belastet und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit einschränkt. Die neue Führung des Gesundheitsministeriums ist erkennbar bemüht, die Gesundheitsbranche als wichtigen Wirtschaftssektor darzustellen, der Arbeitsmarkt und Konjunktur gerade in Zeiten der Krise stabilisiert.

Äußeres Zeichen war der „Zukunftskongress Gesundheit“, zu dem das Gesundheitsministerium Ende April eingeladen und dessen Bedeutung die Kanzlerin mit ihrem Besuch aufgewertet hatte.

In der Tat sind die Zahlen beeindruckend: 90.400 Arztpraxen, 22.600 Pflegeeinrichtungen, 21.600 Apotheken, 11.000 Medizintechnik-Unternehmen, 10.000 Klein-Unternehmen, 2100 Krankenhäuser, 975 Arzneimittelhersteller, 166 gesetzliche und 46 private Krankenkassen sind in Deutschland in diesem Sektor tätig.

Imagebildung

09 Apr 10

Thomas Postina

Die Imagekurve der Pharma-Industrie ist in den letzten Monaten rasant abgestürzt und hat einen seit Jahren nicht mehr gesehenen Tiefpunkt erreicht. Die Medien zeichnen das Bild einer raffgierigen Branche, der jedes Mittel zur Profitoptimierung recht ist.

Den Vogel schoss das ZDF am 10. März ab, dem Tage, an dem das Bundesgesundheits-ministerium die Finanzentwicklung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und einen Anstieg der Arzneimittelausgaben pro Versichertem um 5,3 Prozent veröffentlicht hatte. Die Nachrichtenredaktion des Mainzer Senders hievte einen Beitrag ins heute-journal, der nur einen Schluss zuließ: eine Bande Krimineller zieht durch die Lande und plündert Patienten und Krankenkassen aus.

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