Thomas Postina

Thomas Postina, Geschäftsführer von PPR, bloggt über eines der spannendsten Themen unserer Gesellschaft: das Gesundheitswesen.

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Berater in der Klemme

02 Jul 09

Thomas Postina

Beratung der Patienten stand bei den Apothekern schon immer hoch im Kurs. Mit dem Hinweis auf ihre Beratungskompetenz wetterten die Pharmazeuten herabsetzende Bemerkungen ab, sie seien doch nur – wenn auch akademisch gebildete - Schubladenzieher. Über ihre Beratungsleistung haben sie ihre Rolle im Gesundheitswesen definiert. Aus diesem Selbstverständnis heraus konnten sie glaubwürdig gegen Versandapotheken und Versandhandel mit Arzneimitteln argumentieren.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich immer mehr Apotheker für dieses Kernelement ihres Standesbewusstseins bezahlen lassen – und zwar von den Krankenkassen. In Bayern, Sachsen, Thüringen, Hamburg und Teilen Nordrhein-Westfalens erhalten sie von der AOK so genannte Compliance-Boni. Das Geld wird dafür bezahlt, dass sie den AOK-Mitgliedern die neuen Rabattmedikamente schmackhaft machen, auf die die Versicherung die verfügbare Arzneimittelpalette eingeschränkt hat.

Rabattverträge notgedrungen akzeptiert

02 Jun 07

Thomas Postina

Der Widerstand der Arzneimittelhersteller gegen Rabattverträge bröckelt. Immer mehr Unternehmen vereinbaren mit den Krankenkassen entsprechende Preisnachlässe. Nach anfänglichem hinhaltenden Widerstand greift in der Branche die Erkenntnis um sich, dass künftig niemand mehr an Rabattverträgen vorbei kommen wird und sie ein wichtiges Absatz-Instrument darstellen.

Die ersten Zahlen, die die Marktforscher von IMS zu den Marktveränderungen im Zusammenhang mit den umstrittenen AOK-Ausschreibungen vorlegen, dürften dieser Einsicht Vorschub leisten: Firmen, die sich darauf eingelassen haben, sind die Gewinner im Markt und konnten ihre Umsätze erheblich ausbauen. Gerade bislang unbekannten Unternehmen ist es gelungen, mit Hilfe der Rabattverträge bei den Marktanteilen einen unerwartet großen Sprung nach vorne zu schaffen.

Die Bundestagswahl ist gelaufen, doch die Probleme des Gesundheitswesens bleiben die alten. Hundert Tage werden einer neu gewählten Bundesregierung normalerweise eingeräumt, in der sie zeigen muss, wie sie die Herausforderungen angeht.

Rezepte dazu haben ihr alle Verbände des Gesundheitswesens noch vor der Wahl geliefert: ob die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen, ob Ärzteorganisationen oder BPI und VFA. Wie immer entspringen viele dieser Forderungen reinem Wunschdenken, nicht weil sie unvernünftig wären, sondern weil sie unter jeder politischen Konstellation aus weltanschaulichen oder finanziellen Gründen nicht durchzusetzen sind.

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