Am 31. Dezember 2003 nachts um zwölf war die Welt noch in Ordnung: Die Ärzte konnten alle Medikamente verschreiben, die sie für sinnvoll hielten, und die Krankenkassen zahlten dafür, ob die Arzneimittel nun rezeptpflichtig waren oder nicht. Seit 1. Januar 2004, Glockenschlag Mitternacht, ist es damit vorbei. Rezeptfreie Arzneimittel gibt es nur noch in Ausnahmefällen auf Kassenkosten – mit dramatischen Folgen.
Verglichen mit dem Jahr 2003 konnten die Hersteller von rezeptfreien und freiverkäuflichen Arzneimitteln statt 914 Millionen Packungen gerade noch 736,9 Millionen verkaufen, was einem Minus von 19,4 Prozent entspricht. Parallel dazu verringerte sich der Umsatz. Er sank binnen fünf Jahren um 20 Prozent von 7,07 Milliarden Euro auf 5,65 Milliarden im Jahr 2008. Den 1,52 Milliarden Euro, die den Herstellern im Erstattungsgeschäft im Vergleich zu 2003 fehlen, stehen gerade einmal 100 Millionen zusätzlicher Einnahmen im eigentlichen Selbstmedikationsmarkt gegenüber.