Deutschland und Großbritannien waren bislang die europäischen Länder, in denen Arzneimittelinnovationen zuerst auf den Markt gebracht wurden. Zugleich sind es aber die Staaten, in denen es am längsten dauert, bis sich solche Neuheiten in der ärztlichen Praxis durchsetzen. Innerhalb ihres Indikationsgebiets erreichten die Innovationen binnen eines Jahres in beiden Ländern nur rund fünf Prozent Marktanteil, hat das Marktforschungsunternehmen IMS ermittelt.
Diese Situation wird sich im neuen Jahr in Deutschland eher noch verschärfen. Angesichts der frühen Nutzenbewertung, die für Arzneimittelinnovationen seit Januar binnen dreier Monate nach Markteinführung vorgeschrieben ist, dürfte sich die abwartende Haltung der Ärzte gegenüber Arzneimittelneuheiten noch verstärken. Denn neben den rein gesetzgeberischen Hürden und Vorschriften, die den Arzneimitteleinsatz innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung beeinflussen, spielt die Psychologie für die rasche oder weniger schnelle Durchdringung des Marktes eine entscheidende Rolle.