Angesichts der demographischen Entwicklung, angesichts einer teilweise explosionsartigen Zunahme etwa von Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kommt einem bislang vernachlässigten Bereich des Gesundheitswesens enorme Bedeutung zu: der Krankheitsvorbeugung und Früherkennung. Um die Gesundheitssysteme finanzierbar zu halten und nicht zu überfordern, führt kein Weg an Prävention vorbei. Denn Krankheiten zu verhindern ist auf Dauer allemal billiger, als sie später zu therapieren.
Obwohl die Belastung der Sozialsysteme durch den Ausbau der Prävention langfristig eingedämmt werden könnte, mündete diese Erkenntnis bislang nicht in politisches Handeln. Zweimal ist die Absicht, ein Präventionsgesetz zu schaffen, nach langwierigen Diskussionen versandet – zunächst in der rot-grünen, dann in der Großen Koalition. Die Vorhaben sind vor allem daran gescheitert, dass durch die Gesetze sie zuviel auf einmal erreicht werden sollte.