Thomas Postina

Thomas Postina, Geschäftsführer von PPR, bloggt über eines der spannendsten Themen unserer Gesellschaft: das Gesundheitswesen.

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Preisverhandlungen

Demnächst Preisverhandlungen

05 Nov 11

Thomas Postina

Es war eine schwierige Geburt. Neun Monate hatten der GKV-Spitzenverband und die Verbände der Arzneimittelindustrie miteinander verhandelt. Doch das Kind, das am 13. Oktober nach einem finalen Verhandlungsmarathon das Licht der Welt erblickte, kann sich durchaus sehen lassen. Die „Rahmenvereinbarung zur Verhandlung von Erstattungsbeträge für Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen“, die künftig die Grundlage für die Einzelverhandlungen von GKV-Spitzenverband und einzelnen Herstellern bildet, ist umfassender und präziser ausgefallen als viele dieses überhaupt noch erwartet hatten. Sie legt die formalen Abläufe der durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) vorgeschriebenen Preisverhandlungen zwischen Hersteller und Kassenseite genauso fest wie die Kriterien zur Ermittlung von Jahrestherapiekosten.

Imagebildung

09 Apr 10

Thomas Postina

Die Imagekurve der Pharma-Industrie ist in den letzten Monaten rasant abgestürzt und hat einen seit Jahren nicht mehr gesehenen Tiefpunkt erreicht. Die Medien zeichnen das Bild einer raffgierigen Branche, der jedes Mittel zur Profitoptimierung recht ist.

Den Vogel schoss das ZDF am 10. März ab, dem Tage, an dem das Bundesgesundheits-ministerium die Finanzentwicklung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und einen Anstieg der Arzneimittelausgaben pro Versichertem um 5,3 Prozent veröffentlicht hatte. Die Nachrichtenredaktion des Mainzer Senders hievte einen Beitrag ins heute-journal, der nur einen Schluss zuließ: eine Bande Krimineller zieht durch die Lande und plündert Patienten und Krankenkassen aus.

Am Anfang die Arznei-Industrie

09 Mär 10

Thomas Postina

Gleich zwei Kommissionen haben im März ihre Arbeit an einer künftigen Gesundheitsreform aufgenommen, nämlich – erstens – die Regierungskommission und – zweitens – die Reformkommission des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Während die kundigen Beobachter bei der zweiten Kommission immerhin schon wissen, was am Ende an Vorschlägen und Forderungen herauskommen wird – nämlich eine Stärkung der solidarischen Absicherung gegen Krankheitsrisiken innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung und die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber –, ist das Ergebnis der Regierungskommission trotz Koalitionsvertrag längst nicht absehbar.

Ist es Zufall oder nicht? Seit Heinz-Günter Wolf die ABDA führt, macht sich ein neuer Zungenschlag in den Verlautbarungen der Apothekerspitzenorganisation bemerkbar. Die Apothekerschaft gibt sich gegenüber der Regierung freundlich und gegenüber den Krankenkassen aufgeschlossen.

Im Januar pflegte die ABDA die guten Beziehungen mit dem Hinweis, bei den Arzneimittelausgaben hätte die Gesundheitsreform „gut gewirkt“. Im Februar lobt sie das Ergebnis einer Befragung als Indiz dafür, „dass die Bevölkerung weiß, wie sehr die Apotheker zum Gelingen der Gesundheitsreform beigetragen haben.“

Hinter der offensiven Freundlichkeit steckt Kalkül. Wenn die ABDA ihre eigenständige Rolle behaupten will, muss sie darauf achten, nicht zwischen den übrigen Mitspielern auf dem Arzneimittelmarkt zerrieben zu werden. Dass dabei traditionelle Bündnisse überprüft und notfalls geopfert werden: wen wundert das? Vorbei sind offenbar die Zeiten, in denen Apotheker und pharmazeutische Industrie den Schulterschluss pflegten und ihre Argumentation mit gleichgerichteten Aussagen stützten.

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