Ist es Zufall oder nicht? Seit Heinz-Günter Wolf die ABDA führt, macht sich ein neuer Zungenschlag in den Verlautbarungen der Apothekerspitzenorganisation bemerkbar. Die Apothekerschaft gibt sich gegenüber der Regierung freundlich und gegenüber den Krankenkassen aufgeschlossen.
Im Januar pflegte die ABDA die guten Beziehungen mit dem Hinweis, bei den Arzneimittelausgaben hätte die Gesundheitsreform „gut gewirkt“. Im Februar lobt sie das Ergebnis einer Befragung als Indiz dafür, „dass die Bevölkerung weiß, wie sehr die Apotheker zum Gelingen der Gesundheitsreform beigetragen haben.“
Hinter der offensiven Freundlichkeit steckt Kalkül. Wenn die ABDA ihre eigenständige Rolle behaupten will, muss sie darauf achten, nicht zwischen den übrigen Mitspielern auf dem Arzneimittelmarkt zerrieben zu werden. Dass dabei traditionelle Bündnisse überprüft und notfalls geopfert werden: wen wundert das? Vorbei sind offenbar die Zeiten, in denen Apotheker und pharmazeutische Industrie den Schulterschluss pflegten und ihre Argumentation mit gleichgerichteten Aussagen stützten.