Thomas Postina

Thomas Postina, Geschäftsführer von PPR, bloggt über eines der spannendsten Themen unserer Gesellschaft: das Gesundheitswesen.

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Prioritätensetzung

Unbequeme Wahrheiten

06 Jun 09

Thomas Postina

Manche nennen ihn schon die Kassandra von Kiel: den 86jährigen Professor Dr. Fritz Beske. Der Wissenschaftler wird nicht müde, durch die stete Wiederholung schlichter Zahlen auf ein gerne und leichtfertig verdrängtes Problem hinzuweisen: nämlich auf die Auswirkung der demographischen Entwicklung für das Gesundheitswesen und den sozialen Frieden in diesem Lande.

Bis 2050 sinkt die Bevölkerungszahl in Deutschland von 82 auf 69 Millionen Menschen, die Zahl der Bürger im erwerbsfähigen Alter fällt um 15 auf 35 Millionen. Während heute 50 Millionen beruflich Aktive für die Versorgung von 16 Millionen Rentner und Pensionäre aufkommen müssen, sind es im Jahr 2050 35 Millionen, die für 23 Millionen die Rente, Gesundheitsversorgung und Pflege sichern müssen.

Kurshalten

03 Okt 07

Thomas Postina

„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger“. Dieses Zitat des römischen Philosophen Seneca hat Prof. Fritz Beske mit Bedacht auf die Titelseite der neuesten Studie seines Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF) gedruckt. Mit ihr versucht er nämlich nichts Geringeres, als die Situation des Gesundheitswesens im Jahre 2050 zu beschreiben – eine Aufgabe, die, so meint Beske selbst, zum Scheitern verurteilt sein muss, zu der es aber keine Alternative gibt.

Denn wer jetzt Entscheidungen treffen muss, die morgen erst wirksam werden, kommt nicht umhin, auf Basis heutiger Erkenntnisse die möglichen Entwicklungen so weit wie möglich zu erfassen, um dann selbst permanent beobachtend, steuernd und gestaltend auf diese Entwicklung einzuwirken und den sicheren Hafen ansteuern zu können.

Die Spitzenorganisation der Apotheker, die ABDA, teilte den Medien Ende Januar per Pressemitteilung mit: „Bei den Arzneimittelausgaben hat die Gesundheitsreform auch im Dezember 2004 gut gewirkt. ... Nach ersten Analysen des Deutschen Apothekerverbandes betrugen die effektiven Einsparungen, die durch das Reformgesetz im vergangenen Jahr erzielt wurden, im Einzelnen:

  • Ausschluss der OTC-Präparate: 1,4 Milliarden Euro
  • Patientenzuzahlung: 0,6 Milliarden Euro
  • Erhöhung des Herstellerrabatts: 1,0 Milliarden Euro
  • Halbierung der Großhandelsmargen und Umstellung der Apothekenvergütung: 0,8 Milliarden Euro

Die gute Wirkung, welche die ABDA dem GKV-Modernisierungsgesetz bescheinigt, zeigt die Abhängigkeit der Arzneimittelindustrie von der Gesetzlichen Krankenversicherung deutlich. Ihre Weiterentwicklung bestimmt auch die Chancen der pharmazeutischen Industrie in Deutschland mit. Daher lohnt es sich, die derzeitige Debatte zu verfolgen, bei der es vordergründig um die Frage geht: Hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nun ein Einnahmeproblem oder ein Ausgabeproblem?

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