Thomas Postina

Thomas Postina, Geschäftsführer von PPR, bloggt über eines der spannendsten Themen unserer Gesellschaft: das Gesundheitswesen.

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Sachverständigenrat

Die neue Bundesregierung ist im Amt. Der FDP-Politiker Dr. Philipp Rösler hat im Gesundheitsministerium das Sagen. Der Koalitionsvertrag enthält auf jenen zehn Seiten, die dem Gesundheitswesen gewidmet sind, wider Erwarten eine Reihe marktwirtschaftlicher Ansätze. Wendet sich nun also alles zum Besseren im Gesundheitswesen?

Wer als Leistungserbringer den schrillen Tönen der Oppositionsparteien von rot-rot über rot bis grün lauscht, der könnte meinen: Ja. Denn wenn deren Kritik stimmt, wonach schon bald das Gespenst der sozialen Kälte die Versicherten erschreckt, dann heißt dies doch im Umkehrschluss: für Ärzte, Krankenhäuser, Medizinproduktehersteller oder pharmazeutische Industrie brechen demnächst rosige Zeiten an. Doch kann man sich auf die Opposition verlassen?

Wer das Image der pharmazeutischen Industrie verbessern will, der braucht eine hohe Frustrationsschwelle. Denn die Vorurteile, gegen die es anzuargumentieren gilt, scheinen tief in das Bewusstsein der Bevölkerung eingraviert zu sein. Es gilt, dicke Bretter zu bohren.

Mitunter gibt es Signale, die Hoffnung machen. Das jüngste Gutachten des Sachverständigenrats für die Beurteilung der Entwicklung im Gesundheitswesen ist so eines: Erstmals scheinen auch die Sachverständigen ihre populistischen Scheuklappen abgelegt zu haben, die bisher ihren Blick auf die Realitäten der Arzneimittelindustrie in Deutschland einschränkten. In ihrem jüngsten Gutachten finden sich Aussagen, die so gar nicht mit den tausendfach wiederholten Argumenten zum Arzneimittelwesen übereinstimmen, die der Bürger den Medien entnimmt und aus Politikermündern hört.

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