Thomas Postina

Thomas Postina, Geschäftsführer von PPR, bloggt über eines der spannendsten Themen unserer Gesellschaft: das Gesundheitswesen.

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Wettbewerb

Schulterschluss wagen

01 Aug 09

Thomas Postina

Nächsten Monat ist es soweit: Die Wähler entscheiden am 27. September darüber, wer Deutschland künftig regieren soll. Sie treffen damit auch eine Entscheidung über die Ausgestaltung des Gesundheitswesens. Die Alternative lautet wie schon vor der letzten Wahl: mehr Staat oder mehr privat. Dass es in den letzten vier Jahren nicht zu einer klaren Weichenstellung in die eine oder andere Richtung kam, war den Mehrheitsverhältnissen geschuldet. Ein solches Interregnum ist auch für die nächste Legislaturperiode nicht auszuschließen.

SPD und Linke haben nun deutlich gesagt, wofür sie stehen: Für eine Bürgerversicherung, in die jeder auf Erwerbs- und Kapitaleinkünfte seinen Beitrag entrichten muss. Klar Position hat auch die FDP bezogen: Seit Jahren wünscht sie mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen und will es den Bürgern, bei einer Pflicht zur Versicherung, freistellen, wo und in welchem Umfang sie sich absichern. Es sind dies die am weitesten von einander liegenden Positionen in der Gesundheitspolitik.

Arm in Arm für mehr Wettbewerb

01 Mai 08

Thomas Postina

Pressekonferenzen werden in Berlin viele veranstaltet, auch von den Akteuren im Gesundheitswesen. Sensationen dort sind selten. Die wenigsten ziehen Scharen von Journalisten und Kamerateams an, zu manchen kommen kaum noch zwei, drei Medienvertreter. Anfang Mai hat jedoch eine Veranstaltung Aufmerksamkeit erregt, zumindest bei den Fachmedien: Die erste gemeinsame Pressekonferenz des Verbands Forschender Arzneimittel-Hersteller (VFA) und des Verbands Pro Generika.

Einträchtig saßen der VFA-Vorsitzende Dr. Wolfgang Plischke und der Pro-Generika-Vorstand Wolfgang Späth auf dem Podium im Hause der Bundespressekonferenz beieinander, so eng und einig, als ob es niemals einen tiefen Riss zwischen forschenden und – an den Begriff sei an dieser Stelle noch einmal erinnert – nachahmenden Herstellern gegeben hätte.

Kein Aus für Rabattverträge

05 Nov 07

Thomas Postina

Die Politik hat es ja gut gemeint: Mehr Wettbewerb unter den Krankenkassen, mehr Konkurrenz zwischen den Leistungserbringern sollen die Effizienzreserven im Gesundheitswesen mobilisieren. Ob Wahltarife der Krankenkassen, ob Rabattverträge mit Arzneimittelherstellern, ob neue Formen der ambulanten ärztlichen Versorgung - immer mehr marktwirtschaftliche Elemente werden den Krankenkassen aufgepfropft.

Leider wurden die guten Ansätze nicht immer bis zum Ende durchdacht.. Die marktwirtschaftlichen Elemente verändern den Charakter der solidarischen Krankenversicherung deutlich. Ihr prägendes Element, der einheitliche Leistungskatalog, auf den bisher jeder ungeachtet seiner persönlichen Beitragszahlung Anspruch hatte, wird zurück gedrängt. Einzelvertragliche Regelungen gewinnen an Gewicht. Dies, aber auch ihre neue Macht Nachfrage zu bündeln und Bezugskonditionen beispielsweise für Hilfs- oder Arzneimittel auszuhandeln, verändern die Beziehungen der Krankenkassen zu den Leistungserbringern.

Der 8. Juni 2005 ist ein Markstein in der Geschichte der Arzneimittelindustrie. Er veränderte die Medikamentenversorgung in Deutschland sowie die Krankenkassen- und die Pharmalandschaft. An diesem Tag unterschrieben Vertreter der größten deutschen Krankenkasse, der Barmer, sowie die Repräsentanten der Generika-Unternehmen Ratiopharm, Hexal, Stada, Betapharm und Sandoz die ersten wirklich effektiven bundesweiten Rabattverträge. Ab sofort gewähren diese fünf Firmen der Barmer auf ihr gesamtes Medikamenten-Sortiment einen Preisnachlass.

Er setzt sich zusammen aus einem so genannten Strukturbeitrag, unter dem ein Rabatt auf die von den einzelnen Herstellern mit der Kasse gemachten Umsätze zu verstehen ist, und einen zusätzlichen Rabatt auf die Medikamente, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum zusätzlich verkauft werden. Wie viel die einzelnen Hersteller im Preis nachlassen, darüber werden keine oder nur vage Angaben gemacht. Vom umsatzrelevanten Rabatt ist bekannt, dass er bis zu zehn Prozent betragen kann.

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