Der 8. Juni 2005 ist ein Markstein in der Geschichte der Arzneimittelindustrie. Er veränderte die Medikamentenversorgung in Deutschland sowie die Krankenkassen- und die Pharmalandschaft. An diesem Tag unterschrieben Vertreter der größten deutschen Krankenkasse, der Barmer, sowie die Repräsentanten der Generika-Unternehmen Ratiopharm, Hexal, Stada, Betapharm und Sandoz die ersten wirklich effektiven bundesweiten Rabattverträge. Ab sofort gewähren diese fünf Firmen der Barmer auf ihr gesamtes Medikamenten-Sortiment einen Preisnachlass.
Er setzt sich zusammen aus einem so genannten Strukturbeitrag, unter dem ein Rabatt auf die von den einzelnen Herstellern mit der Kasse gemachten Umsätze zu verstehen ist, und einen zusätzlichen Rabatt auf die Medikamente, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum zusätzlich verkauft werden. Wie viel die einzelnen Hersteller im Preis nachlassen, darüber werden keine oder nur vage Angaben gemacht. Vom umsatzrelevanten Rabatt ist bekannt, dass er bis zu zehn Prozent betragen kann.