Der Aufschrei ist voraussehbar. Spätestens Mitte Februar 2005 werden die üblichen Koryphäen der Arzneikritik mit dem Zeigefinger der einen Hand auf die Pharma-Industrie deuten, während sie in der anderen Hand anklagend die vorläufigen Januar-Zahlen des GKV-Arzneimittelmarkts in die Höhe halten.
Dabei ist das, was sie zu präsentieren haben, in keiner Weise überraschend. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen deutlich über jenen des Januar 2004 liegen werden. Alles andere wäre ein Wunder.
Dass es ausbleibt, liegt zum einen an dem noch spürbaren Vorzieheffekt aus 2003, mit dem die Patienten den neu eingeführten höheren Zuzahlungen entgehen wollten, und der sich im Januar 2004 mit einem Verordnungsminus von 35 Prozent gegenüber Dezember niederschlug. Zum anderen macht sich auch der Trend zur Verschreibung innovativer Arzneimittel in einer Strukturkomponente von drei bis sieben Prozent jährlich bemerkbar.