Thomas Postina

Thomas Postina, Geschäftsführer von PPR, bloggt über eines der spannendsten Themen unserer Gesellschaft: das Gesundheitswesen.

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AMNOGs ungeklärte Fragen

05 Aug 10

Thomas Postina

Mitte September geht die parlamentarische Sommerpause zu Ende. Die relative Ruhe, die sich in den letzten Wochen auch über die gesundheitspolitische Debatte gelegt hatte, lebt wieder auf. Nachdem das Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften und mit ihm die drastische Erhöhung der Herstellerrabatte vom Bundesrat kurz vor der Sommerpause noch durchgewinkt worden war, stehen in diesem Jahr noch zwei Gesetzesvorhaben auf der Agenda: Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) und die Finanzreform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Effekthascherei

05 Jul 08

Thomas Postina

Kurz vor der parlamentarischen Sommerpause ist es ruhig geworden um die Gesundheitspolitik. Lediglich das leise Grummeln über den Gesundheitsfonds, der trotz diverser politischer Widerstände nicht mehr zu verhindern sein dürfte, bildete das Hintergrundgeräusch auf den zahlreichen Sommerfesten, zu denen sich das politische Berlin in den letzten Wochen traf. Dort standen bei Wein und Bier auch jene freundlich zusammen, die sonst in ihren Grundpositionen nicht unbedingt übereinstimmen. Aber für eine zumindest menschliche Annäherung sind schließlich solche Sommerfeste da.

Eine der wenigen Ereignisse von gewissem Gewicht war die Vorstellung des diesjährigen Arzneimittel-Reports der Gmünder Ersatzkasse Ende Juni. Er bietet zwar auch nichts wirklich Überraschendes, denn die Schlussfolgerungen die sein Autor, der Bremer Professor Dr. Gerd Glaeske zieht, sind letztlich seit Jahren die gleichen: Es werden zu viele Me-too-Präparate verordnet und zu wenig Generika.

Der Aufschrei ist voraussehbar. Spätestens Mitte Februar 2005 werden die üblichen Koryphäen der Arzneikritik mit dem Zeigefinger der einen Hand auf die Pharma-Industrie deuten, während sie in der anderen Hand anklagend die vorläufigen Januar-Zahlen des GKV-Arzneimittelmarkts in die Höhe halten.

Dabei ist das, was sie zu präsentieren haben, in keiner Weise überraschend. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen deutlich über jenen des Januar 2004 liegen werden. Alles andere wäre ein Wunder.

Dass es ausbleibt, liegt zum einen an dem noch spürbaren Vorzieheffekt aus 2003, mit dem die Patienten den neu eingeführten höheren Zuzahlungen entgehen wollten, und der sich im Januar 2004 mit einem Verordnungsminus von 35 Prozent gegenüber Dezember niederschlug. Zum anderen macht sich auch der Trend zur Verschreibung innovativer Arzneimittel in einer Strukturkomponente von drei bis sieben Prozent jährlich bemerkbar.

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