Kategorie: BDL-Pressemitteilungen


Lymphödem – Hilfe ist möglich

Fellbach – Lymphödeme können alle treffen, die eine schwere Operation, eine Krebsbehandlung oder einen Unfall hinter sich haben. Solche Patienten leiden oft unter Stauungen der Lymphflüssigkeit, die Arme und Beine massiv anschwellen lassen – und wissen nicht, wie sie mit diesem schmerzhaften Problem umgehen sollen. Doch Lymphödeme müssen ernst genommen werden. Werden sie nicht richtig behandelt, kann sich das Gewebe zunehmend verhärten, Infektionen breiten sich leichter aus, chronische Entzündungen können entstehen. Als Behandlungsmöglichkeiten bewährt haben sich manuelle Lymphdrainage, Kompressionsbehandlung mit entsprechenden Bandagen sowie Gymnastik, die den Lymphabfluss zusätzlich unterstützt. In jedem Fall stellen sich die Behandlungserfolge oft nicht sehr schnell ein. Patienten wie Ärzte brauchen oft viel Geduld.

Es gibt zudem kaum Arzneimittel, die hier eingesetzt werden können. Es hat sich aber gezeigt, dass ein sinkender Selenspiegel mit einem höheren Schweregrad von Lymphödemen einhergehen kann. Von daher ist Selen eine der wenigen Ausnahmen, welches der Arzt unterstützend zu den bisherigen manuellen Therapien einsetzen kann. Dies hat einen nachweisbar positiven Effekt gezeigt. Das Spurenelement reduzierte nicht nur das Volumen der Schwellung, es konnte auch vor der Entstehung von bakteriellen Entzündungen der Haut, sogenannten Erysipelen schützen.

Insbesondere Patientinnen haben oft unter Lymphödemen als Spätfolgen ihrer onkologischen Behandlung zu leiden. Daher empfiehlt es sich, bei entsprechendem Verdacht einen Arzt zu konsultieren und den Selenspiegel im Blut untersuchen zu lassen.

Im MN-Verlag ist die Broschüre „Mehr Lebensqualität bei Lymphödemen“ erschienen. Sie kann kostenlos bei der biosyn Arzneimittel GmbH, Schorndorfer Straße 32, 70734 Fellbach, unter Nennung des Titels, auch per E-Mail: information@biosyn.de, angefordert werden.

Neubewertung ärztlicher Leistungen in der PKV

Kein Spielraum für Preissenkungen bei Laborleistungen

Berlin, 05.06.2019 – Im Vorfeld der Bewertungsgespräche der Bundesärztekammer mit Vertretern der Haus- und Fachärzte für eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) lehnt der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) die weitere Abwertung privatärztlicher Laborleistungen entschieden ab. Wie jede andere medizinische Fachgruppe verdienten die Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin, wie auch die weiteren Erbringer von Laborleistungen, eine faire Entlohnung ihrer Arbeitsleistung für privat Krankenversicherte.

„Die Laborärztinnen und Laborärzte erleben derzeit ein Déjà-vu: Wieder einmal werden nur sie mit Kürzungsforderungen konfrontiert. Schon 1996 wurde die Vergütung ärztlicher Laborleistungen in der PKV isoliert abgesenkt, das darf sich nicht wiederholen. Weitere Reduzierungen gibt die Versorgungsrealität des Jahres 2019 nicht her!“, bekräftigt der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski (Lübeck). „Die laborärztliche Diagnostik ist kein finanzieller Steinbruch, sondern im Gegenteil das systemrelevante Fundament, auf dem alle anderen Ärzte arbeiten“, so Bobrowski.

 

Lotsenfunktion in Gefahr

Fehlgeleitete Reformen schwächen die Möglichkeiten ärztlicher Diagnostiker im Labor

Berlin, 12.04.2019 – Für das Erkennen und Behandeln von Erkrankungen spielt die Labormedizin eine zentrale Rolle. Kaum eine Diagnose, kaum eine Therapie ist in der modernen Medizin ohne Erkenntnisse aus dem Labor vorstellbar. In keinem anderen medizinischen Fach ist das Zeitfenster zwischen den Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung und ihrer Einführung in die Patientenversorgung so kurz wie in der Labormedizin. Diese Lotsenfunktion sollte der dritte „Aktionstag Labordiagnostik“ stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken, der am 11. April 2019 im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin stattfand. Die Ergebnisse dieses Aktionstags wurden von den ausrichtenden Fachverbänden, dem Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) und der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL), heute (12.) in Berlin vorgestellt.

Therapeutisches Drug Monitoring

Über „Therapeutisches Drug Monitoring“ (TDM) von Antiinfektiva referierte Dr. med. Sven Schimanski, Chefarzt am Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (ILMH) am Klinikum Bayreuth. Beim TDM wird die Konzentration von Medikamenten in Körperflüssigkeiten, vor allem im Blut, bestimmt. Da Medikamente in der Regel nicht als feste Dosis, sondern angepasst an den individuellen Patienten verabreicht werden, kann mit Hilfe von TDM die Wirksamkeit verbessert und die Häufigkeit von unerwünschten Nebenwirkungen vermindert werden. Sehr gut erkennbar wird dies am Monitoring von Immunsuppressiva bei Patienten nach Organtransplantationen. Immunsuppressiva sind Substanzen, welche die Funktion des Immunsystems vermindern. Auch bei der Behandlung von Infektionen kann die Bestimmung der Arzneimittelkonzentration im Blut und gegebenenfalls auch im Gewebe eine effektivere und nebenwirkungsärmere Therapie ermöglichen. Hier hat TDM ein großes Potential. Die präanalytischen, analytischen und postanalytischen Kriterien müssen jedoch für viele Anwendungen noch genauer untersucht und festgelegt werden. Abschließend betonte Dr. Schimanski, Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz des TDM in der Humanmedizin sei, dass die Diagnostik inklusive der erforderlichen Qualitätssicherung in den Händen kompetenter Ärzte der Laboratoriumsmedizin liege.

Die Bedeutung des Basislabors

Die „Bedeutung des Basislabors bei akuten Vergiftungen“ verdeutlichte Dr. rer. nat. Jürgen Hallbach. Der Klinische Chemiker und Toxikologe war bis vor kurzem stellvertretender Departmentleiter der Institute für Klinische Chemie des städtischen Klinikums München und gehört dem Präsidium der DGKL an. Im akuten Fall muss schnell abgeklärt werden, welche Vergiftung vorliegt, damit umgehend eine gegebenenfalls auch hochspezifische Therapie eingeleitet werden kann. Neben der Vergiftungsanalytik in spezialisierten Laboratorien können hier auch einfache Untersuchungen im Basislabor von Bedeutung sein. Als Basislabor werden Einrichtungen definiert, in denen Untersuchungen rund um die Uhr durchgeführt werden können, ohne dass das Personal über Spezialkompetenzen verfügen muss. Maßgebliche Werte für die Einschätzung einer Vergiftung sind Blutbild, Gerinnungsparameter, Herz-, Nieren- und Leberparameter sowie Laktat.

Dr. Hallbach nannte eine Reihe von Beispielen für typische Vergiftungsfälle, darunter Eisenvergiftungen, die häufig bei Kindern auftreten. Eisenpräparate enthalten 20 Prozent elementares Eisen, haben oft einen süßen Überzug und dürfen daher nicht in Kinderhände gelangen. Schluckt ein Kind versehentlich eine Überdosis, dann kann das resorbierte freie Eisen zur Schädigung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt führen mit der Gefahr einer schweren Multiorgan-Erkrankung. Andere häufige Vergiftungen entstehen durch Methanol oder durch Medikamente zur Behandlung von Herzerkrankungen wie Digoxin bzw. Digitoxin. Aber auch in gängigen Schmerzmitteln wie Paracetamol lauern Gefahren. Paracetamol gehört zu den meist verwendeten Schmerzmitteln und gilt als sehr sicher und nebenwirkungsarm. Bei starker Überdosierung kann jedoch ein fulminantes Leberversagen auftreten. Um dies zu verhindern, muss im Notfall sehr schnell die Paracetamol-Konzentration im Blut bestimmt werden. Daher sollte die Paracetamol-Bestimmung zu den Parametern des Basislabors in der Notfallversorgung gehören, forderte Dr. Hallbach.

Probleme der Laborreform

Mit den Problemen, die sich für die Laboratoriumsmedizin aus den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben, setzte sich der BDL-Vorsitzende Dr. rer. nat. Andreas Bobrowski auseinander. Der BDL sieht die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Lotsenfunktion der ärztlichen Diagnostiker im Labor durch die Laborreform 2018 geschwächt. Die Leistungen der Labore dürften nicht nach rein monetären statt nach medizinischen Kriterien gesteuert werden, sagte Bobrowski.

Die Neuregelung des Wirtschaftlichkeitsbonus und Reduzierung budgetbefreiter Ausnahmekennziffern durch die Laborreform setze falsche Anreize für behandelnde Ärzte, medizinisch sinnvolle oder gebotene diagnostische Leistungen zu unterlassen, etwa in der Früherkennung der Hepatitis oder der Thrombophilie-Diagnostik, führte Bobrowski aus. Eine andere Folge sei, dass Patienten an Ärzte anderer Fachgruppen überwiesen würden, damit diese die nötige Labordiagnostik anfordern. Auch dies führe aufgrund längerer Wartezeiten zu einer Verschlechterung der Patientenversorgung. „Wenn das Gesundheitssystem ärztlichen Kollegen signalisiert, dass ihnen Laborleistungen vor allem wirtschaftliche Probleme verursachen, verändert das auch ihre Arbeit am Patienten“, erklärte Bobrowski. „Dies mag wirtschaftlich rational begründbar sein, kann für den Patienten aber eine Verzögerung in Diagnosestellung oder Therapiekontrolle bedeuten. Somit leiden Ärzte und Patienten unter einer Reform, die einzig und allein monetär getrieben ist – und das in einer Zeit, in der die gesetzlichen Krankenkassen Rekordüberschüsse verzeichnen.“

Bobrowski warb dafür, stattdessen Qualität in der Indikationsstellung zu belohnen. Nicht die Labordiagnostik mit ihrem weniger als dreiprozentigen Anteil an den Gesamtausgaben im Gesundheitswesen wirke kostentreibend, sondern zu spät erkannte Gesundheitsrisiken und fehlgeleitete Therapien. Zugleich müsse die „Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen“ (Rili-BÄK) für alle labordiagnostischen Leistungserbringer verbindlich umgesetzt und kontrolliert werden. Hier setzt der BDL große Hoffnungen in die neue Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor im Bereich der GKV.

„Der nächste Schritt ist ein einheitliches Verzeichnis labormedizinischer Leistungen mit dem Ziel, diese transparent und vergleichbar zu machen. Damit legen wir die Basis für die Etablierung der elektronischen Patientenakte und für einen Qualitätssprung in der Arzt-zu-Arzt-Kommunikation, die wir als Lotsen im Gesundheitssystem dringend weiterentwickeln möchten“, sagte Bobrowski.

Die frühzeitige Erkennung von Bedrohungen der menschlichen Gesundheit und von künftigen Krankheitsrisiken ist das wichtigste Potential der Labormedizin. Ob und wie diese Möglichkeiten genutzt werden, entscheidet sich in der Zusammenarbeit von Laborärzten, Mikrobiologen und Klinischen Chemikern mit ihren Kolleginnen und Kollegen anderer medizinischer Fachrichtungen. Dieses Zusammenwirken zu fördern haben sich BDL und DGKL zur Aufgabe gemacht.

BDL: Laborärztliche Versorgung im ländlichen Raum gefährdet

Kostenstudie untermauert Forderung nach Revision der Laborreform

Berlin – Erste Daten einer mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vereinbarten Kostenstudie bestätigen die Warnungen des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte (BDL) vor den Auswirkungen der Laborreform 2018. Die laborärztliche Versorgung gerade strukturschwacher und ländlicher Räume werde massiv gefährdet, wenn sich die seit dem 1. April 2018 gültigen Leistungskürzungen und – je nach Kassenärztlicher Vereinigung (KV) – ruinösen Quotierungen fortsetzten.

Der BDL verweist zum einen auf bereits erfolgte Schließungen von Laborgemeinschaften aufgrund der Absenkung der Quotierung auf nur noch 89 Prozent in einigen KVen. Hinzu komme ein Rückzug medizinischer Laboratorien aus der Fläche. Dieser Substanzverlust an ärztlicher Kompetenz und medizinisch-diagnostischer Infrastruktur vor Ort müsse dringend gestoppt werden. Anderenfalls könnten Haus- und Facharztpraxen in strukturschwachen und ländlichen Regionen zur Probenabholung nicht mehr oder nur noch in weitaus größeren Zeitabständen angefahren werden.

Zum anderen zeigt eine im Auftrag der KBV erstellte Kostenstudie zur Laborvergütung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für den im Jahr 2020 geplanten neuen Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), dass Labor-Grundleistungen (Kap. 32.2 EBM) rund 13 Prozent unter den realen Kosten vergütet werden. Bei Spezial-Laborleistungen (Kapitel 32.3 EBM) liegt die Differenz zwischen den von der GKV finanzierten und den realen Kosten sogar bei 20 Prozent. Diese Werte beziehen sich auf den fiktiven Fall, dass die im EBM vorgesehenen Kosten vollständig erstattet werden, was in der Realität wegen der Quotierung nicht der Fall ist.

 

 

 

 

 

 

 

Die nur teilweise Auszahlung in Form der Quotierung erfolgte bis zum Inkrafttreten der Laborreform bundeseinheitlich auf dem Niveau von 91,58 Prozent. Mittlerweile liegt diese Auszahlungsquote in einigen KV-Bezirken noch darunter bei nur 89 Prozent.

 

„Die Politik will die ‚sprechende Medizin‘ stärken. KBV und Krankenkassen werben um den Hausärzte-Nachwuchs auf dem Land. Dabei wird außer Acht gelassen, dass zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen auf Laborleistungen basieren. Die Vertragspartner in der GKV haben die Kürzungsspirale so weit gedreht, dass ein massiver labordiagnostischer Substanzverlust droht. Das ist angesichts von Milliarden-Überschüssen in der GKV völlig unverständlich und konterkariert jedes Werben um den Ärztenachwuchs auf dem Land“, so der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski.

 

Der BDL hat den „Bericht zur EBM-Kostenrechnung“ zur Prüfung und Berücksichtigung für den neuen EBM vorgestellt. Die repräsentative Kostenstudie ermittelt die real in den deutschen medizinischen Laboratorien entstehenden Kosten. 41 Labore aus allen Regionen Deutschlands mit 175 Ärztinnen und Ärzten sowie rund 3.000 nicht-ärztlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben sich daran beteiligt, davon rund 85 Prozent im niedergelassenen Bereich.

 

Labormedizin steigert Effizienz

Berlin – Schnelle und zielgerichtete Labordiagnostik erhöht die Effizienz des deutschen Gesundheitssystems. Darauf hat der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL), Dr. Andreas Bobrowski, heute in Berlin hingewiesen. „Die eigentliche Wertschöpfung der Laboratoriumsmedizin für das Gesundheitswesen beträgt ein Vielfaches dessen, was für die Erstellung der laborärztlichen Befunde notwendig ist“, sagte er bei der Vorstellung eines neuen Gutachtens des Instituts für Mikrodaten-Analyse (IfMDA).

Labormedizin: Honorierung veränderten Strukturen anpassen

Berlin – Die laborärztliche Versorgung hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Innovative Analysemethoden einerseits und der Aufbau von IT-Infrastrukturen andererseits erlauben eine Krankheitsdiagnostik in zuvor nie gekannter Genauigkeit, Qualität und Geschwindigkeit. Darauf hat der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) in Berlin aus Anlass des morgigen Welttags des Labors aufmerksam gemacht.

Welttag des Labors – Blick auf den Arzt im Hintergrund

Berlin – Rund zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen beruhen auf Laboruntersuchungen oder werden durch sie bestätigt. Nach den Hausärzten sind die Labormediziner die am häufigsten konsultierte Facharztgruppe. Doch wem ist das bewusst? Deutschlands Laborärzte wollen dies ändern.

Kostenstudie zeigt: Laborärzte bleiben auf Kosten sitzen

Berlin – In die laufenden Gespräche zur Überarbeitung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM), nach dem vertragsärztlicher Leistungen vergütet werden, hat der Berufsverband Deutscher Laborärzte nun erste Ergebnisse seiner Kostenstudie eingebracht. Die Studie legt Finanzierungslücken offen, die die laborärztliche Versorgung gesetzlich Versicherter in Deutschland gefährden.

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