Kategorie: Blog


Drei Reports, eine Botschaft – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im Oktober 2017

Eigentlich sind Pharma-Manager doch böse Buben: Ständig bringen sie neue Medikamente auf den Markt, die kaum besser sind als die alten, und verlangen dafür auch noch hohe Preise! Das ist die Botschaft, mit der die diversen Arzneireporte der gesetzlichen Krankenkassen auch in diesem Herbst unisono deren politische Absicht kaschieren: nämlich den Pharmamarkt weiter zu regulieren.

Ob Barmer Arzneimittelreport, TK-Innovationsreport oder zuletzt der Arzneiverordnungs-Report (AVR) des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO). Die Schlagworte sind ähnlich: „Kosten für Krebsmedikamente explodieren“ (Barmer); „Pharmaindustrie überzieht Preisschraube“ (TK). „Patentgeschützte Arzneimittel werden immer teurer“ (AVR). Von therapeutischem Fortschritt dagegen wird kaum gesprochen. Im Gegenteil: Wenn überhaupt, dann wird er kleingeredet.

Neues Parlament, alte Probleme – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im September 2017

Im gerade zu Ende gegangenen Bundestagswahlkampf hat das Thema Gesundheit keine große Rolle gespielt. Weder die Kanzlerin noch ihr Gesundheitsminister haben sich mit Vorschlägen zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens hervorgetan, schreibt PPR-Geschäftsführer Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im September. Aber auch die SPD und die Opposition blieben weitgehend still und wiederholten lediglich ihre alte Leier von der Bürgerversicherung, mit der sie das Gesundheitswesen umkrempeln wollen.

Auch die Versuche des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands (SpiFa) mit seiner Plakataktion im Wartezimmer und der Apothekerschaft mit ihrem „Wahlradar Gesundheit“, der müden Diskussion Leben einzuhauchen, verpufften weitgehend wirkungslos.

Entspannung angesagt – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im August 2017

Sovaldi – wer diesen Namen vor rund drei Jahren in den Mund nahm, der löste bei Krankenkassenvertretern und einigen Politikern Schnappatmung aus, schreibt PPR-Geschäftsführer Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im August. Zwar gab es nun erstmals ein Medikament, mit dem Hepatitis C mit hoher Wahrscheinlichkeit und schneller als bisher geheilt werden konnte, doch sollte jede Pille 700 Euro kosten, ein Therapiezyklus 120.000 Euro.

Politiker und Krankenkassen waren alarmiert und sahen in düsteren Szenarien den Zusammenbruch der gesetzlichen Krankenversicherung voraus. Auf fünf Milliarden jährlich – so wurde prognostiziert – sollten sich allein die Kosten für dieses eine Medikament belaufen. Und weitere Innovationen – insbesondere Onkologika – waren angekündigt, ähnliche Preise wurden befürchtet. Die Aufregung war groß – und die Mitarbeiter der gesundheitspolitischen Abteilungen der Pharmaverbände und der Industrie hatten einen schweren Stand.

Flotte Sprüche, harte Fakten – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im Juli 2017


Originalton: „Mit den Arzneimittelrabattverträgen haben wir schon vor zehn Jahren die Pläne der Großkonzerne nachhaltig durchkreuzt und einen gesunden Wettbewerb geschaffen“ und „einen Markt etabliert, auf dem sich kleinere Hersteller gegen große behaupten können … und wir haben ein Instrument etabliert, das GKV-weit inzwischen Beitragsgelder von 20 Milliarden Euro einsparen konnte.“ Durchgesetzt habe er das gegen eine wahre, von betroffenen Arzneimittelherstellern ausgelöste Verfahrensflut, die er offenbar als Bestätigung seines eigenen Handelns auffasst.

Und am Ende: Zwei-Klassen-Medizin – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im Juni 2017

Fast alle im Bundestag vertretenen Parteien haben in den letzten Tagen ihre Wahlprogramme verabschiedet. Nur die Union lässt sich damit noch etwas Zeit. Erst Anfang Juli soll ihr Programm endgültig stehen, heißt es aus der Parteizentrale. In Sachen Gesundheitswesen dürfte die Union das einzige Kontrastprogramm zu den weitgehend übereinstimmenden Vorstellungen von SPD, Grünen und Linken bieten. Diese drei Parteien planen – wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Akzentuierungen – den Umbau der gesetzlichen Krankenversicherungen in eine Bürgerversicherung,  schreibt PPR-Geschäftsführer Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im Juni.

Den geschmeidigsten Übergang  sehen  die Sozialdemokraten vor, deren „paritätische Bürgerversicherung“  zunächst alle bereits gesetzlich Versicherten übernehmen und dann nach und nach die Beamten und sonstige Berufsgruppen  aufnehmen soll. Immerhin bliebe den bisher privat Versicherten die Wahl, ob sie gleich, später oder gar nicht in die Bürgerversicherung wechseln wollen.

Dauerthema Lieferengpass – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne Mai 2017

Lieferengpässe – und kein Ende. Diesmal ist es Remifentanil, das heftige politische Diskussionen und medialen Aufruhr über die Sicherheit der Arzneimittelversorgung ausgelöst hat. Seit einigen Monaten ist das Narkosemittel in Deutschland nur noch beschränkt verfügbar. Dennoch sind wir weit entfernt von einem Horrorszenarium, mit dem die Medien ihre Interviewpartner konfrontierten: nämlich, dass Operationen nun verschoben werden müssen oder gar unmöglich sind, konstatiert PPR-Geschäftsführer Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) wies schleunigst darauf hin, dass genügend Alternativen zur Verfügung stehen und diese Gefahr nicht besteht. Selbst der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe musste sich dazu äußern und gab Entwarnung.

Viel genutzt hat es nicht. Die üblichen Verdächtigen kamen sofort mit alten Forderungen

Die Zweite Kammer – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne April 2017

Das eigentliche Machtzentrum der deutschen Gesundheitspolitik ist nicht das Bundesgesundheitsministerium in der Berliner Friedrichstraße. Dort werden allenfalls die Rahmenbedingungen gesetzt. Die Macht konzentriert sich längst in der Wegelystraße 8, dem Sitz des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Als Träger der mittelbaren Staatsverwaltung setzt dieses Selbstverwaltungsgremium gesetzliche Vorgaben in konkrete Vorschriften um und beeinflusst damit letztlich die medizinische Versorgung jedes einzelnen gesetzlich Krankenversicherten, aber auch die wirtschaftlichen Chancen der Leistungserbringer, etwa der Pharma-Industrie, schreibt PPR-Geschäftsführer Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne im April.

Der Teufel steckt im Detail – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne März 2017

Auch nach seiner Verabschiedung bietet das Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) weiter Konfliktpotenzial, konstatiert PPR-Geschäftsführer Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne in der März-Ausgabe. Denn was der Gesetzgeber mit seiner Zustimmung im Bundestag grundsätzlich regelt, müssen Verordnungsgeber und Selbstverwaltung anschließend noch im Detail ausgestalten.

Eines dieser Details ist das Arztinformationssystem (AIS). Es soll dazu dienen, die Ärzte binnen vier Wochen über die Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und dessen Entscheidungsgründe zu unterrichten. Dazu sollen diese Informationen in die elektronischen Praxisverwaltungssysteme der niedergelassenen Ärzte integriert werden.

Ritual ohne Folgen – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne Februar 2017

„Zur Berechnung des Abschlags nach Satz 1 ist der Preisstand vom 1. August 2009 erstmalig am 1. Juli 2018 und jeweils am 1. Juli der Folgejahre um den Betrag anzuheben, der sich aus der Veränderung des vom Statistischen Bundesamt festgelegten Verbraucherpreisindex für Deutschland im Vergleich zum Vorjahr ergibt.“

So nüchtern liest sich eine Passage des GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetzes (AMVSG), dem der Bundestag Mitte Februar zugestimmt hat. Es geht um ein altes Thema, schreibt PPR-Geschäftsführer Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne in der Ausgabe vom Februar: Der gesetzlich verordnete Preisstopp für alle nicht mit Preisregulierungen belegten Arzneimittel. Seit 2009 – also seit acht Jahren – sind deren Herstellerabgabepreise unverändert. Nicht einmal die Steigerung der Lebenshaltungskosten konnte bisher weitergegeben werden.

Nüchterner Blick auf Lieferengpässe – Thomas Postina in seiner PharmInd-Kolumne Januar 2017

Wenn in China ein Sack Reis umfällt, dann sorgt selbst dies nicht einmal im Zeitalter von Social Media für Aufruhr. China ist weit weg und die Ernährungslage in Deutschland davon ungefährdet. Wenn in China jedoch eine Pharmaproduktion explodiert, dann kann dies anders aussehen. Dann machen sich Ärzte und Apotheker – zu Recht – Sorgen um die Arzneiversorgung und die Politik diskutiert heftig über das Problem der Lieferengpässe.

Genau dies ist derzeit wieder der Fall, schreibt PPR-Geschäftsführer Thomas Postina in seine PharmInd-Kolumne im Januar. Es geht um die Antibiotika-Kombination Piperacillin/Tazobactam. Sie ist kaum noch zu haben, da eine Explosion in der chinesischen Fabrik die Produktion lahmgelegt hat. Der Fall zeigt eindringlich die Kehrseite einer immer stärkeren Konzentration auf wenige Produktionsstätten, durch die Scaleneffekte generiert und die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden soll.