Kategorie: VPB-Pressemitteilungen


VPB begrüßt Baukindergeld und fordert: Jetzt müssen auch die Länder liefern

BERLIN. Ab sofort kann das von den Koalitionspartnern beschlossene Baukindergeld beantragt werden. In den Genuss der 1.200 Euro Baukindergeld pro Jahr und Kind kommen Familien mit Kindern wie auch Alleinerziehende, die eine Wohnimmobilie kaufen und deren Haushaltseinkommen maximal 90.000 Euro nicht übersteigt. Die Antragsteller müssen verschiedene Bedingungen erfüllen, die Anträge laufen über die bundeseigene KfW. Der Verband Privater Bauherren (VPB) hat dazu einen kostenlosen Ratgeber zusammengestellt, der ab sofort über die Website des Verbands www.vpb.de heruntergeladen werden kann. Interessierte finden den VPB-Ratgeber hier.

Der Verband Privater Bauherren begrüßt das Baukindergeld, kritisiert aber scharf, dass viele Bundesländer das Baukindergeld bei der Grunderwerbsteuer weitgehend wieder abgreifen. In Nordrhein-Westfalen werden beispielsweise auf eine 350.000 Euro teure Immobilie 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer fällig. Das sind 22.750 Euro – und damit fast die kompletten 24.000 Euro Baukindergeld, die Familien mit zwei Kindern überhaupt bekommen können. Auch im Land der Häuslebauer, in Baden-Württemberg, schlägt bei einem preisgleichen Objekt die Grunderwerbsteuer in Höhe von fünf Prozent mit 17.500 Euro zu Buche. Und sogar in Bayern, das als einziges Bundesland nach wie vor nur 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer eintreibt, geht bei einem 350.000-Euro-Objekt das komplette Baukindergeld fürs erste Kind allein für die Grunderwerbsteuer von 12.250 Euro wieder drauf.

VPB warnt: Thermografie nur vom Experten machen lassen!

BERLIN. „Entdecken Sie die Sparpotenziale Ihres Hauses!“ So und ähnlich werben jetzt im Herbst wieder Firmen. Sie offerieren billige Thermografieaufnahmen und erhoffen sich damit Aufträge für die Fassadensanierung, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB). In der Tat können Thermografieaufnahmen Energielecks am Haus gut sichtbar machen und die richtige Planung der energetischen Sanierung erleichtern – allerdings nicht Aufnahmen für hundert Euro, wie es zahlreiche Hauswurfsendungen suggerieren. Eine fachlich korrekte Thermografie kostet Zeit und damit Geld. Mit mehreren hundert Euro müssen Hausbesitzer dabei rechnen. Die Thermografie-Untersuchung besteht nämlich nicht nur aus vier Hausansichten, sondern wird je nach Gebäude individuell geplant. Je komplexer die Hausform, umso sorgfältiger muss der Thermograf das Gebäude aufnehmen, um sich ein Bild vom gesamten Objekt und damit auch von allen möglichen Wärmebrücken zu machen. Dazu gehören auch zwingend Thermografien von innen. Ein weiteres Qualitätsmerkmal für seriöse Thermografie-Angebote ist die Beratung, erläutert der VPB. Eine Thermografie nutzt dem Hausbesitzer wenig, wenn er nur vier Farbausdrucke und keine fachliche Erklärung dazu bekommt. Der Hinweis „Ihr Haus muss gedämmt werden!“ reicht nicht aus. Solche Angebote kommen meist von Fassadenbaufirmen, die Dämmstoffe verkaufen wollen. Ein seriöser Thermograf erläutert die Ergebnisse seiner Thermografie schriftlich und mündlich – und er überlässt die Konsequenzen aus der Untersuchung immer dem qualifizierten Energieberater.

VPB-Sommerserie (6): VPB rät: Bauverträge auch auf Sicherheitsleistungen hin prüfen lassen

BERLIN. Wer baut, braucht Sicherheiten. Bauherren brauchen Sicherheiten, dass ihr bestelltes Haus fristgerecht und mängelfrei fertiggestellt wird. Baufirmen wollen sichergehen, dass sie zum Schluss auch das Geld für ihre Arbeit bekommen. Der Gesetzgeber räumt den am Bau Beteiligten jeweils unterschiedliche Ansprüche ein, die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in den Paragraphen 631 fortfolgende geregelt sind, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB). Für private Bauherren sind dabei vor allem die Stichworte „Erfüllungssicherheit“, „Gewährleistungssicherheit“ und „Bauhandwerkersicherung“ wichtig.

„Die Materie ist komplex“, weiß VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag. „Bauherren müssen hier genau aufpassen, damit sie einerseits ihre Rechte wahren, andererseits nicht selbst durch die Sicherheiten, die die Baufirmen von ihnen verlangen dürfen, in Finanzierungsschwierigkeiten geraten.“

VPB: Eigentümergemeinschaften brauchen fachlichen Rat

BERLIN. Viele Senioren geben im Alter ihre Häuser am Stadtrand auf und ziehen in eine Eigentumswohnanlage. Dort müssen sie sich um wenig kümmern. Sie müssen allerdings auch mehr Rücksicht auf ihre Miteigentümer nehmen. Das gilt besonders, wenn ein Bewohner eine Rollstuhlrampe am Haus anbauen möchte. Möglicherweise werden ihm das seine Miteigentümer nicht verwehren, aber sie müssen im Vorfeld umfassend über die geplanten Maßnahmen sowie mögliche bauliche Alternativen informiert werden, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB). Dies hat das Amtsgericht München (AG München) vom 5. Juli 2017 entschieden (Az.: 482 C 26378/16). Wohnungseigentümergemeinschaften müssen in der Lage sein, die Bauarbeiten und deren Konsequenzen zu beurteilen. Andernfalls entspricht der Beschluss nicht ordnungsgemäßer Verwaltung und kann gerichtlich anfechtbar sein. Weil Wohnungseigentümer in der Regel Baulaien sind, können und müssen sie nicht wissen, wie sich zum Beispiel Rollstuhlrampen technisch anbauen oder ins Gebäude integrieren lassen. Sie brauchen dazu aber vorab sachliche Informationen, damit sie das Für und Wider einzelner Vorschläge kennen und entsprechend abstimmen können. Dabei unterstützen sie die Sachverständigen des VPB.

VPB rät: Vor dem Kauf Bauvoranfrage einreichen

BERLIN. Weil freies Bauland rar ist, suchen viele Bauherren Bestandsobjekte. Sie brechen die alten Häuser ab und bauen neue. Große Grundstücke lassen sich manchmal sogar parzellieren und in Tranchen verkaufen. Das hilft bei der Finanzierung des eigenen Neubaus. Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät, vor dem Grundstückskauf zu prüfen, ob der gültige Bebauungsplan Abbruch, Parzellierung und den Neubau mehrerer Häuser überhaupt zulässt. Während der Altbau – sofern rechtens errichtet – Bestandsschutz genießt, muss jeder Neubau komplett genehmigt werden. Mitunter fallen dann Größen, Höhen und Abstände zum Nachbarn ungünstiger aus, als beim Vorgängerbau. Auch die Teilung ist längst nicht überall machbar. Der VPB rät: Wer sich für ein Grundstück interessiert und darauf bauen möchte, sollte im Vorfeld eine Bauvoranfrage einreichen. Das kann jeder machen, auch wenn ihm das Grundstück nicht gehört. Die Bauvoranfrage kostet zwar Gebühren, aber sie schafft Klarheit und verhindert eventuelle Fehlkäufe.

VPB-Sommerserie (5): VPB: Baufirmen geben nicht automatisch alle nötigen Bauunterlagen heraus

BERLIN. „Der Anspruch der Bauherren auf die Herstellung und Übergabe von Plänen und Bauunterlagen für ihr Bauprojekt gehört zu den zentralen Punkten des neuen Bauvertragsrechts. Es ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten und gilt für alle seit diesem Tag geschlossenen Bauverträge. Schlüsselfertigfirmen müssen seither jenen privaten Bauherren, die keinen eigenen Architekten beauftragt haben, alle nach öffentlichem Recht für den Bau nötigen Pläne und Berechnungen erstellen und sie den Bauherren übergeben“, erinnert Holger Freitag, Vertrauensanwalt des Verbands Privater Bauherren (VPB).

Private Bauherren brauchen Grundrisse, Ansichten, Schnitte, Details, Statik, Wärmeschutznachweis und vieles mehr aus zwei Gründen: Zum einen müssen sie im Vorfeld prüfen lassen können, ob ihr geplantes Haus überhaupt geltendem Recht, den anerkannten Regeln der Technik und den vertraglichen Vereinbarungen entspricht. Zum anderen müssen sie jederzeit, auch noch Jahrzehnte nach dem Einzug, den Behörden gegenüber belegen können, dass ihre Immobilie geltendem Recht entspricht. Dazu verlangt die Behörde bestimmte Unterlagen. „Viele Bauherren hatten nicht einmal diese früher in ihrem Besitz, jetzt stehen ihnen wenigstens solche Unterlagen rechtlich zu, die zum Nachweis der Einhaltung öffentlicher Anforderungen an das Haus nötig sind“, erläutert Rechtsanwalt Freitag.

VPB rät: Ungebetene Haustiere fernhalten!

BERLIN. Die Großstadt lebt! Nicht nur auf dem Lande tummeln sich Marder, Füchse, Ratten und Waschbären. Die Tiere fühlen sich auch in den Städten wohl und besetzen Gärten und Häuser. Besonders unangenehm ist der Befall des Dachs mit Mardern, so der Verband Privater Bauherren (VPB). Haben sie sich in der Dachkonstruktion festgesetzt, darf nur ein Jäger sie fangen oder gar zur Strecke bringen. Um Marderschäden am Haus zu vermeiden, rät der VPB, das Dach von vornherein sorgfältig gegen tierische Untermieter zu sichern. Aber nicht nur auf dem Dach, sondern auch im Keller sollten Bauherren lieber Metall statt Kunststoff wählen, speziell für die Rückstauklappen. Sie sind ansonsten ein beliebtes Einfallstor für Ratten.

VPB empfiehlt: Handwerker mit Sorgfalt aussuchen

BERLIN. Der Bau boomt, Handwerker sind schwer zu bekommen. Trotzdem sollten Hausbesitzer, die zum Beispiel ihr Dach sanieren lassen möchten, nicht jede erstbeste Firma nehmen, die gerade Zeit hat, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). Auftraggeber sollten sich Referenzen einholen, auf Zuverlässigkeit achten und Qualität – und sie sollten immer nach der Versicherung der Firma fragen. Das wird wichtig, wenn etwas schief geht. Ist die Firma dann nicht oder unterversichert, bleiben Hausbesitzer auf dem Schaden sitzen. Dies ergibt sich aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 9. Februar 2018 (Az.: V ZR 311/16). Bei der Dachsanierung war das Dach in Brand geraten. Der Brand hatte das Nachbargebäude beschädigt. Der Nachbar klagte auf Schadenersatz. Das Gericht gab ihm recht und urteilte: Der Auftraggeber trägt die Verantwortung. Gut, wenn der Handwerksbetrieb dann solvent und versichert ist und den von ihm verursachten Schaden auch bezahlen kann.

VPB-Sommerserie (4): VPB: Baufirmen unterlaufen Angaben zur Bauzeit im Kleingedruckten

BERLIN. Bauherren müssen wissen, wann sie ihr neues Haus oder ihre Wohnung beziehen können. Wichtige Entscheidungen hängen von diesem Termin ab – Finanzierungsplanung, Kündigung der alten Wohnung, Umzug, Ummeldung der Kinder in Kita und Schule, um nur einige zu nennen. Weil der Einzugstermin für Verbraucher so wichtig ist, hat der Gesetzgeber den Baufirmen im neuen Bauvertragsrecht die Nennung eines Fertigstellungstermins auferlegt. Baufirmen nutzen allerdings jede Möglichkeit, um dieses Recht zu umschiffen, kritisiert der Verband Privater Bauherren (VPB).

Das neue Bauvertragsrecht, dem alle seit dem 1. Januar 2018 unterschriebenen Verbraucherbauverträge unterliegen, zwingt Schlüsselfertiganbieter und sogar Bauträger dazu, bereits in der Baubeschreibung verbindliche Angaben über die Baufertigstellung oder zumindest die Bauzeit zu machen. Die Baubeschreibung muss den Bauherren schon vor Vertragsabschluss übergeben werden. Sie muss das Angebot detailliert erläutern und den Vergleich mit Offerten anderer Firmen ermöglichen. Je früher der Anbieter fertig wird, desto mehr Miete können Bauherren sparen. So wirkt sich auch die Bauzeit auf den Preis aus.

„Die meisten Baufirmen nennen in der Baubeschreibung keinen konkreten Übergabetermin, sondern legen sich lieber auf eine bestimmte Bauzeit fest“, beobachtet VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag ein gutes halbes Jahr nach Inkrafttreten des neuen Bauvertragsrechts. „Das ist im Prinzip auch sinnvoll, weil ja oft noch behördliche Genehmigungen eingeholt und Fragen geklärt werden müssen, so dass der Beginn des Baus nicht sicher feststeht. Damit ist auch der Zeitpunkt der Fertigstellung noch ungewiss. Die Bauzeit selbst allerdings lässt sich gut einschätzen und planen, vor allem, wenn schon ein Baugrundgutachten vorliegt.“

VPB: Wohnräume müssen der Landesbauordnung entsprechen

BERLIN. Viele Bauherren schieben den Dach- oder Kellerausbau auf für später. Schließlich muss nicht alles mit dem Einzug picobello und fertig sein. Mitunter wird das Dach erst ausgebaut, wenn die Kinder größer sind und sich ein eigenes Reich wünschen. Dann aber muss das Dach auch als Wohnraum genehmigt sein, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Je nach Bundesland schreiben die Landesbauordnungen (LBO) zum Beispiel unterschiedliche Mindesthöhen für Wohnräume vor. Auch ein zweiter Fluchtweg ist nötig. Mancherorts muss für die neue Wohnung ein zusätzlicher Stellplatz nachgewiesen werden. Wichtig wird das alles schon dann, wenn die eigenen Kinder unterm Dach hausen und nicht erst, wenn der Wohnraum dort offiziell vermietet wird, beispielsweise an eine Pflegekraft. Die baurechtlichen Bedingungen müssen mit dem Beginn der jeweiligen Nutzung erfüllt sein. Der VPB rät: Bauherren, die ihre Dach- oder Kellerräume später einmal bewohnen oder vermieten möchten, sollten sie von Anfang an entsprechend planen, genehmigen lassen und bauen. Sie sparen sich damit später unter Umständen viel Ärger.