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Kontinenzversorgung: Auswahl des optimalen Produkttyps verbessert die Pflege und senkt die Arbeitsbelastung

Die Ergebnisse einer neuen Studie helfen Pflegekräften bei der Auswahl des besten Produkttyps, damit ein möglichst einfacher Wechsel des Inkontinenz-Produkts stattfinden kann. Mit der „Usability“-Methode lassen sich erhebliche Verbesserungen in der Kontinenzversorgung erreichen: Pflegende gewinnen bis zu 13 Wochen zusätzliche Zeit pro Jahr, die körperliche Belastung verringert sich, während die Arbeitszufriedenheit steigt.

Die wissenschaftliche Studie zur Anwenderfreundlichkeit von absorbierenden Inkontinenz-Produkten wurde von Essity – dem Unternehmen hinter der Marke TENA – unterstützt und jüngst in der Fachzeitschrift „Journal of Wound, Ostomy and Continence Nursing“ veröffentlicht1. Mit der „Usability“-Methode wird ein einziger Wert für Inkontinenz-Produkte errechnet. Er basiert auf Effektivität (Passform), Effizienz (Zeit und körperliche Belastung beim Produktwechsel) und der Zufriedenheit des Pflegenden.

Bis zu 13 Wochen Zeitgewinn

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Vorlagen mit Hüftbund und Pants-Produkte im Vergleich zu All-in-One-Produkten und Vorlagen mit Fixierhosen eine deutlich höhere Anwenderfreundlichkeit bieten. Durch die Umstellung auf die richtigen Produkttypen wird die Effizienz bei der Handhabung und beim Produktwechsel gesteigert. Pflegekräfte können auf diese Weise bis zu 13 Wochen pro Jahr an Zeit gewinnen2 – und sich so noch besser auf die Bedürfnisse der Bewohner konzentrieren und diese optimal versorgen. Zudem reduziert sich die Zeit, in der Pflegende mit gebeugtem Rücken arbeiten, um bis zu 9 Wochen pro Jahr1. Eine Reduzierung der körperlichen Belastung der Pflegekräfte führt zu einer Verbesserung der Arbeitszufriedenheit, der Gesundheit und damit zu einer Verringerung des Krankenstandes. Bis zu 77 Prozent aller Beschäftigten im Gesundheitswesen leiden jedes Jahr unter Rückenschmerzen – einem der häufigsten Gründe für einen hohen Krankenstand sowie einen vorzeitigen Ruhestand3.

„Die mit der Pflege verbundenen körperlichen Belastungen können ganz erheblich sein. Wir begrüßen aus diesem Grund alle Maßnahmen, die dazu beitragen, diese Belastungen zu reduzieren“, erklärt Dr. Diane Newman, außerordentliche Professorin für Urologie in der Chirurgie an der Universität von Pennsylvania. Eine einfache Produkthandhabung und ein Produkt, das sich schnell wechseln lässt, ermögliche den Pflegenden eine bessere Zeiteinteilung. Dadurch könnten sie den Bedürfnissen der Bewohner besser gerecht werden und so die Lebensqualität sowohl des Einzelnen als auch der Pflegenden verbessern.

Volkskrankheit Inkontinenz

Inkontinenz ist ein Thema mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. 8,2 Prozent der Weltbevölkerung ist von unfreiwilligem Urinverlust betroffen4. Inkontinenz kann meist nicht einfach durch eine Änderung des Lebensstils oder durch Therapien geheilt werden. Dies verdeutlicht, wie wichtig ein anwenderfreundlicher Ansatz in der Kontinenzversorgung ist, der es Pflegenden ermöglicht, den am besten geeignetsten Produkttyp in der jeweiligen Pflegesituation auszuwählen.

„Es gibt keine standardisierte Methode, die Pflegekräfte dabei unterstützt, das jeweils beste Produkt für die individuellen Bedürfnisse der Bewohner auszuwählen – weder in Pflegeeinrichtungen noch bei der Pflege zu Hause“, sagt TENA Brand Managerin Annika Lindenblatt. Die Studienergebnisse seien jedoch ein erster Schritt in Richtung eines Konsenses über eine einheitliche Benchmarking-Methode zur Bestimmung eines optimalen Produkttyps für unterschiedliche Anforderungen.

 

1 Die vollständige Studie kann auf der Internetseite des „Journal of Wound, Ostomy and Continence Nursing“ unter http://bit.ly/usability-studie abgerufen werden.

2 Data on file, Essity. 2017.

3 Andersen LL et al. International Archives of Occupational and Environmental Health 2012; 85(6):615–622.

4 Irwin, D.E., Kopp, Z.S., Agatep, B., Milsom, I. & Abrams, P. (2011) Worldwide prevalence estimates of lower urinary tract symptoms, overactive bladder, urinary incontinence and bladder outlet obstruction. British Journal of Urology International 108, 1132–1138.