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Ausweg für Verzweifelte: Vertrauliche Geburt möglich
Darmstadt – In Südhessen gibt es bisher keine Babyklappe. Zwar hat der Kreistag des Kreises Darmstadt-Dieburg gerade beschlossen, die Einrichtung eines solchen Hilfsangebots prüfen zu lassen. Doch wann ein Ergebnis vorliegt ist offen. Verzweifelte und überforderte Schwangere können darauf nicht warten. Ihnen bleibt als Ausweg die vertrauliche Geburt. Darauf macht das Darmstädter Marienhospital aufmerksam. Seit 2004 können Schwangere dort ihr Kind anonym zur Welt bringen.
„Wir halten dieses Angebot der vertraulichen Geburt aus Wertschätzung für das menschliche Leben für sehr wichtig“, sagt die Klinikleiterin Schwester Liberata Ricker. „Wir wollen die Mütter davor bewahren, ihre Kinder abzutreiben oder nach der Geburt auszusetzen. Sie können sich vertrauensvoll an uns wenden.“
Die vertrauliche Geburt ist nach Auffassung der Klinikleiterin die bessere Alternative zur Babyklappe. Denn Mutter und Kind werden während der Geburt fachkompetent betreut. Nach der Geburt bleibt der Mutter eine Karenzzeit von acht Wochen. So lange kann sie entscheiden, ob sie ihr Kind doch zu sich nehmen und selbst aufziehen möchte. Will sie dies nicht, wird in Abstimmung mit dem Jugendamt eine Adoptiv- oder Pflegefamilie gesucht.