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Marienhospital: Erfolgsmodell Herzscreening
Klinikträger unterstützt Untersuchung mit mehr als 250.000 Euro
Darmstadt – „Das Herzscreening für Neugeborene ist eine Untersuchung für das ganze Leben, die nie wiederholt werden muss“, sagt der Kinderkardiologe Dr. Elmo Feil, der seit August 2007 das Pilotprojekt im Darmstädter Marienhospital leitet. Mit dem Screening-Programm können angeborene Herzfehler frühzeitig diagnostiziert und bestmöglich behandelt werden. „Wir können den Eltern damit die größte Sicherheit geben, dass ihr Kind herzgesund ist“, so Dr. Feil. „In Deutschland gibt es nur zwei Kliniken, die diese Untersuchung routinemäßig anbieten, das Marienhospital und seit kurzem eine Klinik in Fulda.“ Der Träger des Marienhospitals, die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, hat die Untersuchungen in den vergangenen vier Jahren mit mehr als 250.000 Euro finanziell unterstützt. Die Mittel dafür stammen aus Spenden.
Seit Beginn des Herzscreening-Projektes hat Dr. Feil knapp 5000 Säuglinge per Ultraschall auf angeborene Herz- oder Gefäßmissbildungen wie beispielsweise fehlende Herzkammern, missgebildete Klappen oder Herzverdrehungen untersucht. Damit haben 92 Prozent der Eltern dieses Angebot der Klinik am Forellenteich angenommen. Fünf Prozent der untersuchten Kinder – insgesamt 247 – hatten einen angeborenen Herzfehler. „Größtenteils handelte es sich dabei um einfache, kleine Löcher, die von allein wieder zuwachsen“, erklärt Dr. Feil. In 44 Fällen war es ein bedeutsamer Herzfehler, der therapiebedürftig war. Bei drei Kindern hat Dr. Feil einen kritischen Herzfehler entdeckt. Aber: „Alle Kinder, die wir so frühzeitig untersucht haben, sind am Leben, dank der rechtzeitigen und schnellen Behandlung.“
Der Mediziner weiß: „Diese frühe Ultraschalluntersuchung bei den Säuglingen kann Leben retten.“ Nur 16 Prozent aller Herzfehler werden bei der Schwangerenvorsorge vor der Geburt erkannt. Die meisten Symptome treten oft erst in den ersten drei bis sechs Lebenswochen auf. „Und dann kann es in kritischen Fällen schon zu spät sein.“ Entdeckt Dr. Feil beim Herzscreening schwere Herzfehler, werden die Säuglinge in eine umliegende Universitätsklinik mit kinderkardiologischer Abteilung verlegt – meistens nach Gießen.
Die Neugeborenen im Marienhospital werden in den ersten drei Lebenstagen mit einem Farbdoppler-Echokardiografie-Gerät untersucht, das speziell für die Untersuchung von Säuglingen geeignet ist. Nach der Untersuchung erhalten die Eltern bei unauffälligem Befund ein Befundblatt, das in das Vorsorgeheft eingelegt werden kann. War die Untersuchung auffällig, bekommen die Eltern einen ausführlichen Arztbrief und werden eingehend zu weiteren Behandlungsmöglichkeiten beraten.
Das Herzscreening für Neugeborene ist eine Zusatzleistung des Marienhospitals. Die Eltern müssen einen Eigenanteil von 30 Euro pro Untersuchung zahlen, das Marienhospital übernimmt die restlichen 45 Euro. Mittlerweile erstatten auch zwei gesetzliche Krankenkassen den elterlichen Anteil: die HEAG BKK und die Merck BKK.