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Parkplätze: Marienhospital stellt Bauantrag
Darmstadt – Das Marienhospital hat bei der Stadt den Bau von 90 Parkplätzen auf dem benachbarten Gelände am Lossenweg beantragt. Die Klinik reagiert damit auf die jahrelange ergebnislose Debatte um die Schaffung der dringend benötigten Parkflächen. „Für das Marienhospital, für seine Patienten, aber auch für die Nachbarn ist die andauernde Stagnation nicht länger hinnehmbar. Wir haben daher gehandelt und Ende letzter Woche offiziell einen Bauantrag gestellt“, sagte Schwester Liberata Ricker heute (19.) beim Jahrespressegespräch der Klinik. „Nun ist die Stadt am Zuge.“
Der Parkplatz soll auf einem Grundstück der landeseigenen hessischen Landgesellschaft entstehen, von dem ein relativ kleiner Teil, nämlich rund 3000 Quadratmeter, schon seit 1975 im Bebauungsplan als Parkraum ausgewiesen ist. Die Landgesellschaft hat nun ihre Bereitschaft signalisiert, dem Marienhospital diesen Teil des Geländes zu verpachten oder zu verkaufen. Bis Ende dieses Jahres wird diese Fläche sowie das deutlich größere umliegende Gelände noch vom Gartenbauverein 1835 genutzt, dessen Pachtvertrag ausläuft.
Die Pläne des Marienhospitals hatten heftige Proteste betroffener Kleingärtner sowie eine kommunalpolitische Debatte ausgelöst. Sie waren die Folge der Weigerung der Stadt, dem Marienhospital auf dem eigenen Gelände weiteren Parkraum zu genehmigen. Seit 2004 hatte sich die Klinik darum bemüht. All ihre Vorschläge waren jedoch von der Stadt aus Umwelt- oder Denkmalschutzgründen abgelehnt worden.
Schwester Liberata Ricker betonte, bei der Planung der neuen Parkplätze auf dem Kleingartengelände sei großer Wert auf die Umwelt schonende Gestaltung gelegt worden. Nur die Fahrwege würden versiegelt. Rund zwei Drittel der Fläche würden begrünt oder mit Ökopflaster belegt, das die Versickerung von Regenwasser ermöglicht. Dadurch soll sich der Parkplatz optisch ins Landschaftsbild einfügen. Der Parkplatz wird über den heute extrem durch parkende Fahrzeuge belasteten Lossenweg angebunden. Mit diesen zusätzlichen Parkplätzen kann das Marienhospital künftig 194 Stellplätze bieten.
Damit wäre nach Ansicht von Schwester Liberata Ricker der rasche und ungehinderte Zugang zum Marienhospital wieder sichergestellt, auf den insbesondere geh- und sehbehinderte Patienten angewiesen sind.
Eine vernünftige Parkinfrastruktur sei auch Voraussetzung dafür, dass das Marienhospital seine positive wirtschaftliche Entwicklung fortsetzen könne, betonte Verwaltungsleiter Wolfgang Brugger. In seinem Rückblick auf das Jahr 2009 zog der Verwaltungsleiter eine insgesamt positive Bilanz. Knapp 5.400 Patienten seien im Marienhospital stationär behandelt worden. Damit sei das Ergebnis des Jahres 2008 leicht übertroffen worden. Die Zahl der ambulant versorgten Patienten sei mit rund 6840 Patienten leicht gesunken.
Besonders stolz ist das Marienhospital, dass es weiterhin seinen Platz als führende Geburtsklinik in Darmstadt behauptet hat. 1378 Kinder wurden 2009 hier geboren. Nur vier Kliniken in Hessen können mehr Geburten vorweisen. Das Herzscreening für Neugeborene, das das Marienhospital als einzige Klinik in Hessen routinemäßig anbietet, wurde von 85 Prozent der Eltern in Anspruch genommen. Der Großteil der Kosten wird vom Marienhospital durch Spenden getragen.
Das Marienhospital wird im laufenden Jahr sein medizinisches Angebot erweitern. Dazu wird das im letzten Jahr eröffnete orthopädische Gelenkzentrum sein Behandlungsspektrum auf endoskopische Bandscheibenoperationen ausbauen.