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Prävention: „Chancen der Früherkennung nutzen“

Pressemitteilung

16. März 2010

Berlin – Der Verzicht des Bundesgesundheitsministeriums auf ein Präventionsgesetz bietet nach Ansicht des Verbands der Diagnostica-Industrie (VDGH) mehr Vor- als Nachteile. Nun könnten jene Präventionsmaßnahmen pragmatisch angepackt und vorangebracht werden, die schnelle medizinische und volkswirtschaftliche Erfolge versprechen, betonte der Vorstandsvorsitzende des VDGH, Dr. Jürgen Schulze, heute (16.) beim Start der Aktion „Prävention stärken: jetzt handeln“ in Berlin. Der VDGH hatte sich bereits im vergangenen Jahr für eine Präventionspolitik der kleinen Schritte ausgesprochen, nachdem sich herausstellte, wie schwierig und zeitraubend es ist, alle Aspekte der Prävention in einem Gesetz umfassend zu regeln.

„Angesichts des anhaltenden Kostendrucks im Gesundheitswesen sind Maßnahmen zur Effizienzsteigerung gefragt.“ Rasche Erfolge verspricht sich der VDGH-Vorsitzende hier durch die Stärkung der Krankheitsfrüherkennung. Die so genannte Sekundärprävention sei bei den bisherigen Weichenstellungen in der Präventionspolitik zu kurz gekommen.

Die Politik habe in der Vergangenheit ihren Fokus auf Programme gelegt, mit denen die Menschen in ihrem Lebensumfeld abgeholt und zu gesünderer Lebensweise angehalten werden sollten. Die Erfolge dieser Primärprävention seien jedoch – wenn überhaupt – erst nach Jahren nachweisbar. Dagegen böten Früherkennungsuntersuchungen unmittelbare Vorteile – medizinische für die Betroffenen und wirtschaftliche für das Gesundheitssystem. Der VDGH fordert daher, der Früherkennung von Krankheiten den gleichen Stellenwert zukommen zu lassen, wie den anderen Säulen der Prävention.

Welche Chancen die Früherkennung bietet, darauf machte der VDGH heute in Berlin mit einer Expertendiskussion zum Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufmerksam. Renommierte Fachleute, darunter der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen, Dr. Rainer Hess, und der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe, Dr. Martin Danner, diskutierten Wege, wie diesen Krankheiten besser vorgebeugt werden kann. Der Labormediziner, Professor Dr. Winfried März, Vorstand der Lipid-Liga, gab dabei einen Überblick über innovative Diagnoseverfahren, die vielfach bereits Bestandteil des Angebots der gesetzlichen Krankenkassen sind, aber zu wenig genutzt werden.

Der VDGH-Vorsitzende, Dr. Jürgen Schulze, sieht daher Ärzte und Krankenkassen in der Pflicht, die Versicherten stärker über solche Untersuchungen aufzuklären. „Sie erreichen 90 Prozent und damit alle Schichten der Bevölkerung, nämlich alle gesetzlich Krankenversicherten.“ Der VDGH setzt sich dafür ein, dass die Krankheitsfrüherkennungsprogramme regelmäßig daraufhin überprüft werden, ob sie noch dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen. Mit Blick aufs Ausland seien hier Zweifel angebracht

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von rund 90 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 3,6 Milliarden Euro. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.

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