Tag: Bauherren


VPB informiert zum neuen Bauvertragsrecht: Anspruch auf Herausgabe der Bauunterlagen kommt 2018

BERLIN. „Bisher blieb es weitgehend dem Wohlwollen der Baufirmen überlassen, ob sie Bauherren die Pläne und Unterlagen zu deren Neubau aushändigten oder nicht. Nun wird die Herausgabe der Bauunterlagen geltendes Recht“, resümiert Corinna Merzyn, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Privater Bauherren (VPB), die jahrelangen Bemühungen des VPB für mehr Verbraucherschutz. „Damit ist endlich Schluss mit der Ungewissheit der Bauherren, ob ihr eigenes, im Bau befindliches Haus überhaupt geltendem Recht entspricht.“

Das neue Bauvertragsrecht tritt am 1. Januar 2018 in Kraft und gilt dann für alle Bauverträge mit privaten Bauherren. „Mit dieser größten Änderung des Werkvertragsrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) seit 1900 bekommen wir nun erstmals einen veritablen Verbraucherbauvertrag“, erläutert VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag. „Er regelt Neubauten privater Bauherren auf eigenem Boden und gilt auch bei umfassenden Sanierungen für private Bauherren.“

Mit dem Paragrafen 650n BGB haben private Bauherren, die einen Verbrauchervertrag abschließen, der Baufirma gegenüber einen Anspruch auf Herstellung und Herausgabe von Unterlagen für ihr Bauprojekt. Selbst wenn dazu nichts im Vertrag steht, greift das neue Gesetz; der Anspruch lässt sich vertraglich weder einschränken noch ausschließen. Diese Regelung zur Unterlagenherausgabe gilt auch für den Bauträgervertrag.

VPB: Einfache Lagerkeller auch technisch simpel halten

BERLIN. Wer den Keller zum Wohnen ausbaut, der braucht dazu die entsprechenden Genehmigungen. Im Gegensatz zu einem reinen Lagerraum muss ein bewohnbarer Keller ausreichende Raumhöhen haben, besser gedämmt sein, mehr Licht und vor allem die vorgeschriebenen Fluchtwege haben, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Ein bewohnbarer Keller braucht oft auch Wasser- und Abwasseranschlüsse. Bauherren kommen dann in der Regel um die Installation einer Hebeanlage nicht herum. Die muss regelmäßig gewartet werden, damit sie zuverlässig funktioniert. Wer im Keller wohnen will oder muss, der muss also vieles bedenken und einbauen. Je simpler und robuster die technischen Lösungen sind, umso einfacher sind sie zu warten. Wer den Keller nur als Lager nutzen möchte, der sollte ihn entsprechend einfach halten und beispielsweise auf Fliesenböden oder Wandverkleidungen verzichten, rät der VPB. Je einfacher die Konstruktion, umso preiswerter ist sie und umso leichter zu pflegen.

VPB-Umfrage: Private Bauherren sind in vielen Fällen auf Schlüsselfertigfirmen angewiesen

BERLIN. Private Bauherren sind bei ihrer Suche nach einer Eigentumswohnung oder einem Einfamilienhaus häufig auf die Angebote von Schlüsselfertiganbietern angewiesen, mit allen damit verbundenen Risiken. Wie groß ist der Einfluss der Baufirmen in Deutschland? Dominieren einzelne den Markt? Häufen sich die Insolvenzen? Das Institut Privater Bauherren (IPB) wollte das genauer wissen und bat die Sachverständigen des Verbands Privater Bauherren (VPB) in den bundesweiten Regionalbüros um ihre Einschätzung der Lage.

Verband Privater Bauherren zum 40. Jubiläum: Die Wohnungsmisere kann nur mit den privaten Bauherren gelöst werden

BERLIN. Ganze 95 Milliarden Euro investieren private Bauherren jedes Jahr in Wohnungen. „Der Eigentumsanteil privater Bauherren am Gesamtbestand der vermieteten und selbstgenutzten Wohnungen liegt bei über 80 Prozent. Der größte Anteil unserer Wohnungen in Deutschland wird von privaten Bauherren gebaut, gekauft oder modernisiert.“ Dies betonte Thomas Penningh zum 40. Jubiläum des Verbands Privater Bauherren (VPB) gestern (22.) in Berlin. Der VPB-Präsident hieß dazu Vertreter der Politik und der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft in der Hamburger Landesvertretung willkommen.

Viele Millionen private Bauherren, so konstatierte der VPB-Chef, prägten durch ihr Engagement die Lebens-, Wohn- und auch Altersvorsorgebedingungen in Deutschland. Thomas Penningh betonte, es sei dem VPB immerwährende Verpflichtung, privaten Bauherren nicht nur persönliche und direkte Hilfe und Rat bei der Verwirklichung ihres Wohneigentums zu geben, sondern auch im steten Austausch die politischen Rahmenbedingungen für privates Wohneigentum auf Praxisgerechtigkeit zu überprüfen und zu verbessern.

Zu den Gratulanten gehörten hochkarätige Vertreter unterschiedlichster Politikbereiche. Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks sprach als Schirmherrin des vom VPB ausgelobten Ideenwettbewerbs. Gesucht waren einfache, zukunftsfähige Wohnlösungen, denn nach Erfahrungen der VPB-Sachverständigen taugen vor allem Bauten mit robuster, leicht verständlicher Handhabbarkeit für den Alltag.

Staatssekretär Ulrich Kelber stellte für das Justiz- und Verbraucherschutzministerium das neue Bauvertragsrecht vor, das nach jahrelangem Engagement des VPB nun endlich transparente Vertragsbedingungen für private Bauherren schaffen soll. VPB-Präsident Penningh mahnte erneut die zügige Umsetzung des Gesetzes an und stellte mit Britta Loskamp aus dem Arbeitsministerium im Anschluss den „Check-Bauen“ vor, der auch den Arbeitsschutz mit Transparenz für Bauherren verknüpft.

Matthias Günther, Direktor des renommierten Pestel Instituts, erläuterte anhand der neuesten wissenschaftlichen Studie, wie auch Menschen mit geringerem Einkommen Wohneigentum bilden könnten, wenn die politischen Rahmenbedingungen die eigene Wohnung nicht mehr gegenüber dem Mietwohnungsbau benachteiligten.

Penningh resümierte, Wohneigentum sei für immer weniger Menschen erschwinglich – trotz stabilen und soliden Einkommens. „Dabei könnten sie in vielen Regionen sogar günstiger im Eigentum wohnen als zur Miete und hätten parallel eine krisenfeste Altersvorsorge aufgebaut“, so der VPB-Präsident. Mit solchen Maßnahmen ließe sich auch der Druck auf den Mietwohnungsbau spürbar lindern.

„Deutschland“, so mahnte Penningh, „steht bei der Förderung der Wohneigentumsbildung wie auch bei der Eigentumsquote am Ende der Skala aller Industrienationen, in der entscheidenden Altersgruppe ist die Wohneigentumsquote sogar rückläufig. Hier muss gegengesteuert werden. Privates Engagement, das dem Staat sogar finanzielle Vorteile bringt, muss anerkannt werden.“

In der Offensive Wohneigentum fordert der VPB deshalb gemeinsam mit weiteren Spitzenverbänden dringend ein Umdenken in der Politik. VPB-Präsident Penningh versprach allen Bauherren auch für die kommenden Jahrzehnte die aktive Unterstützung durch den ältesten baubezogenen Verbraucherschutzverband: „Wir werden weiter für alle Bauherren da sein – von den strategischen Leitlinien der Politik bis hin zu den bundesweiten Baustellenbegehungen und Beratungen.“ In der abschließenden Podiumsrunde mit Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen wurden die angesprochenen Probleme und Lösungsmöglichkeiten intensiv diskutiert.