Tag: Baumangel


VPB: Eigentümer kennen oft Mängel im eigenen Haus nicht

BERLIN. Wer ein altes Haus kauft …, der sieht in der Regel, was er bekommt, zumindest auf den ersten Blick. Viele Details bleiben ihm allerdings zunächst verborgen, so die Erfahrung des Verbands Privater Bauherren (VPB), denn niemand kann unter Putz, Ziegel und Verkleidungen schauen. Zur verlässlichen Einschätzung der Bausubstanz brauchen Laien die Hilfe unabhängiger Sachverständiger. Nicht verlassen sollten sich Kaufinteressenten auf Makler und Eigentümer: Zwar darf ein Verkäufer ihm bekannte Mängel nicht verschweigen. Oft kennt der Besitzer die Mängel im eigenen Haus selbst gar nicht, vor allem, wenn er das Haus geerbt hat und jahrelang selbst gar nicht bewohnt hat. Dann mag er Farbveränderungen an Wänden für reine Schönheitsfehler halten, die beim fälligen Anstrich ohnehin übermalt werden. Aber gerade Verfärbungen können auch auf Feuchte, Fogging oder Schimmelbefall hinweisen. Und deren Sanierung ist notwendig und wird mitunter teuer. Wer solche Schäden rechtzeitig entdeckt, der kann entweder auf den Kauf der Immobilie verzichten, oder die Kosten der fachgerechten Sanierung versuchen vom Kaufpreis abzuziehen. Das ist dann Verhandlungssache. Vor vielen solcher bösen Überraschungen bleibt der Hauskäufer dank des Gutachtens aber verschont.

VPB: Beim Ausbauhaus steckt der Teufel im Vertragsdetail!

BERLIN. Grundstücke sind rar, und auch das Bauen selbst wird immer teurer. Viele Bauherren überlegen, wo sie sparen können. Während sich die einen für Suffizienz und kleinere Wohneinheiten entscheiden, erwägen die anderen den Kauf eines Ausbauhauses. Durch Eigenleistungen wollen sie Geld sparen. Das klingt verlockend, bringt aber mitunter erhebliche Probleme, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB).

„Ein Ausbauhaus – gleich ob Fertig- oder Massivhaus – ist ein Haus, bei dem der Hausanbieter die Bauleistungen zum Teil extrem reduziert hat“, erläutert Dipl.-Ing. Marc Ellinger, Sachverständiger und Leiter des VPB-Büros Freiburg-Südbaden. „Einige Anbieter liefern sogar nur die Planung und das Material. Die Bauherren müssen das Haus dann wie ein hochkomplexes 3-D-Puzzle zusammenfügen.“ Aber auch sonst wird im Regelfall nur die statische Konstruktion mit einem Wärmedämmverbundsystem als Fassade ausgeführt. Steht die Hülle, kann der Ausbau beginnen. Je nachdem, welche Ausbauvariante die Bauherren wählen, müssen sie den gesamten Innenausbau oder Teile davon in Eigenregie übernehmen.

VPB: Holzschädlinge befallen auch Neubauten

BERLIN. Holzzerstörende Pilze sind vor allem ein Altbauproblem. Sie kommen aber auch im Neubau vor, so der Verband Privater Bauherren (VPB). Nassfäulepilze haben vor allem bei neueren Häusern in Holztafel- oder Ständerbauweise leichtes Spiel, wenn die Bauwerksabdichtung oder die Abdichtung an den Balkoneinbindungen nicht richtig ausgeführt werden. Ein klassischer Schwachpunkt sind waagerecht auskragende Balkontragbalken, die dem Regen ausgesetzt sind. Diese Balken sind ein beliebter Ansiedlungsplatz für die Nassfäulepilze. Von den Balken aus bahnt sich das Wasser seinen Weg in die angrenzenden Wand- und Deckenkonstruktionen und bildet dort die Grundlage für die Holzpilze. Bis der Schaden erkannt wird, so die VPB-Erfahrung, vergehen meist Jahre. Ist dann die Gewährleistungsfrist abgelaufen, müssen die Bauherren die schweren Schäden meist auf eigene Kosten sanieren lassen. Eine sorgfältige Schwachstellenanalyse der Konstruktion vor Baubeginn anhand der Pläne und begleitend während der Bauphase kann solche Schäden verhindern.

VPB: Schlechte Energiebilanz ist ein Mangel, fällt aber erst spät auf

BERLIN. Bauen ist komplex, Fehler passieren. Je kontinuierlicher Bauherren ihre Baustelle überwachen lassen, umso eher werden Mängel rechtzeitig entdeckt und können behoben werden, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Klassische Mängel, die meist bei der Abnahme noch gar nicht erkennbar sind, sondern erst später Ärger machen, sind beispielsweise die schlechte Abdichtung des Kellers gegen Feuchtigkeit, Risse im innenliegenden Mauerwerk oder in Fliesen, Putzabplatzungen durch falsch eingeputzte Dampfbremsfolien oder Schmutzfahnen und Feuchtigkeitsschäden an Fensterleibungen. Auch Veralgungen und Vermoosungen auf Wärmedämmverbundsystemen werden erst im Laufe der Zeit offenbar. Und ein falsch verlegtes Gefälle bei Flachdächern oder die Blasenbildung in Sockelputzen wird häufig erst nach einiger Zeit entdeckt. Auch eine schlechte Energiebilanz erkennen Bewohner erst im Laufe der Zeit, wenn die Räume nicht richtig warm werden oder der Energieverbrauch der Immobilie über den Erwartungen liegt. Viele dieser Mängel fallen unter die Gewährleistung; bei Arbeiten an einem Bauwerk beträgt sie fünf Jahre ab Abnahme. Das heißt, die Baufirma, die das mangelhafte Gewerk zu verantworten hat, muss die Mängel auf ihre Kosten beheben. Damit die Bauherren nicht auf den Kosten sitzen bleiben, müssen sie die Mängel rechtzeitig rügen. Der VPB empfiehlt dazu regelmäßige Baukontrollen und eine umfassende Schlussbegehung etwa ein halbes Jahr vor Ende der Gewährleistungsphase.

 

VPB rät zur Vorsorge: Weiße Wannen schützen vor steigendem Grundwasserspiegel

BERLIN. Grundwasser gehört zu den Dingen, die das Bauen erheblich beeinflussen und verteuern können. Deshalb sollten Bauherren so früh wie möglich klären lassen, wie ihr Baugrund beschaffen ist, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). Dazu müssen sie eine Baugrunduntersuchung beauftragen. Erst wenn die Bodenverhältnisse bekannt sind, kann der Keller geplant und der Baupreis seriös kalkuliert werden.

Immer öfter empfehlen die Sachverständigen des VPB den Bau sogenannter Weißer Wannen. Dabei handelt es sich um Kellerkonstruktionen aus wasserundurchlässigem Beton, in der Fachsprache kurz WU-Beton genannt. Solche Keller sind teurer als konventionell gemauerte, sie kosten etwa 15.000 bis 20.000 Euro mehr. Diese Zusatzausgaben sind nötig, wenn von unten Grundwasser drückt, das einen konventionellen Mauerwerkskeller unter Wasser setzen würde.

VPB-Experteninterview mit VPB-Vorstandsmitglied Dipl.-Ing. Sandra Queißer zum Thema Home-Staging beim Wohnungskauf

Frage:
Frau Queißer, Sie haben festgestellt, Home-Staging wird bei Ihnen in Berlin immer häufiger eingesetzt, um Bestandswohnungen schneller und besser zu verkaufen. Was genau ist Home-Staging?

Antwort:
Home-Staging soll Wohnräume durch innenarchitektonische Stilmittel in ein gutes Licht setzen, es soll dabei möglichst Schwächen überspielen und die Wohnung attraktiv für Käufer machen.

Frage:
Das ist ja nichts Illegales?

Antwort:
Absolut nicht. Solange es ehrlich betrieben wird und dabei nicht Bauschäden bewusst versteckt oder sogar übertüncht werden.

Frage:
Warum halten Sie Home-Staging für bedenklich?

VPB: Beim Immobilienkauf auf Bauqualität achten

BERLIN. Der Immobilienmarkt brummt, die Preise steigen. Mangels attraktiver Geldanlagemöglichkeiten investieren viele Menschen Geld in Immobilien und bezahlen dabei immer höhere Preise, vor allem in den Metropolen. Die enorme Nachfrage bringt Käufern weitere Nachteile: Die Schlüsselfertiganbieter lassen fast nicht mehr mit sich verhandeln, Sonderwünsche sind kaum durchsetzbar. Vor allem aber leidet die Bauqualität, so beobachten die Sachverständigen des Verbands Privater Bauherren (VPB) auf zahlreichen Baustellen. Weil die Auftragsbücher voll sind und die Kunden ungeduldig, verdingen die Baufirmen immer mehr Mitarbeiter, die fachlich nicht ausreichend geschult sind. Baumängel sind die Folge. Umso wichtiger ist nach Erfahrung der VPB-Sachverständigen die laufende Bau- und Qualitätskontrolle sowohl beim Einfamilienhaus als auch bei Eigentumswohnungen. Bauherren und Käufer sollten unabhängige Experten mit regelmäßigen Baustellenbesuchen beauftragen, damit sich ihr Investment auch rechnet und sie nicht zum Schluss auf mangelhaften Immobilien sitzenbleiben, die weniger wert sind, als sie dafür bezahlt haben.

VPB: Selbsthilfe beim Dachausbau kann Schimmel verursachen

BERLIN. Sind die Handwerker weg, beginnen viele Bauherren mit dem Dachausbau in Eigenregie. Mit der Muskelhypothek wollen sie Geld sparen. Groß ist dann bei vielen der Schreck, wenn sie beim ersten Gang durch den kahlen Dachraum Schimmel im Gebälk entdecken. „Das ist leider ein typischer Schaden, der entsteht, wenn die Schnittstelle zwischen zwei Gewerken nicht sorgfältig geplant wird“, konstatiert Dipl.-Bau-Ing. Volker Wittmann. Der Sachverständige leitet das Regionalbüro Regensburg im Verband Privater Bauherren (VPB).

VPB: Auch Rohrleitungen müssen gedämmt werden

BERLIN. Rohrleitungen sind unentbehrlich, sie sichern die Kalt- und Warmwasserversorgung und die Heizung im Haus. Seit Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen Rohrleitungen gedämmt werden. „In rund 80 Prozent der Fälle wird das aber nicht ordentlich erledigt“, kritisiert Dipl.-Ing. (FH) Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren (VPB). „Erstaunlicherweise lassen auch große, eigentlich erfahrene Anbieter bei diesem Detail oft die nötige Sorgfalt vermissen“, beobachtet der Leiter des VPB-Büros Freiburg-Südbaden.