Tag: Bauträger


VPB erläutert Bauvertragsrecht (6): Bauherren haben nun auch beim Bauträgervertrag ein Recht auf die eigenen Bauunterlagen

BERLIN Das neue Bauvertragsrecht ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten und gilt für alle Verträge, die seit diesem Tag geschlossen werden. Das Bauvertragsrecht ist Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Das BGB behandelte einen Bauvertrag bislang als normalen Werkvertrag. Weil privates Bauen aber erheblich komplexer ist, als beispielsweise eine Schuhreparatur, hat der Gesetzgeber das Werkvertragsrecht neu strukturiert und in den Paragrafen 650a bis 650v „Bauvertrag“, „Verbraucherbauvertrag“, „Bauträgervertrag“ und „Architektenvertrag“ erstmals geregelt. Der Verband Privater Bauherren (VPB) informiert in dieser Serie über die Reform und ihre Vor- und Nachteile für private Bauherren.

Das neue Bauvertragsrecht bringt Veränderungen für private Bauherren. Unter anderem gibt es nun, neben dem Verbraucherbauvertrag, den sogenannten Bauträgervertrag. Ein Bauträgervertrag ist ein Vertrag zum Bau oder den Umbau eines Hauses, der gleichzeitig die Verpflichtung des Unternehmers enthält, dem Besteller das Eigentum an dem Grundstück zu übertragen – oder ein Erbbaurecht zu bestellen oder zu übertragen. Das typische am Bauträgervertrag ist stets der Verkauf von Haus und Grundstück aus einer Hand. (In den bisherigen fünf Folgen dieser VPB-Serie ging es um den Verbraucherbauvertrag, der das schlüsselfertige Bauen mit Generalüber- oder -unternehmer auf eigenem Grundstück regelt.)

VPB erläutert Bauvertragsrecht (1): Ab 2018 haben Bauherren das Recht auf eine konkrete Baubeschreibung

BERLIN. Das neue Bauvertragsrecht tritt am 1. Januar 2018 in Kraft und gilt für alle Verträge, die ab diesem Tag geschlossen werden. Das Bauvertragsrecht ist Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Das BGB behandelte einen Bauvertrag bislang als normalen Werkvertrag. Weil privates Bauen aber erheblich komplexer ist, als beispielsweise eine Schuhreparatur, hat der Gesetzgeber das Werkvertragsrecht neu strukturiert und in den Paragrafen 650a bis 650v „Bauvertrag“, „Verbraucherbauvertrag“, „Architektenvertrag“ und „Bauträgervertrag“ erstmals geregelt. Der Verband Privater Bauherren (VPB) informiert in dieser Serie über die Reform und ihre Vor- und Nachteile für private Bauherren.

Das neue Bauvertragsrecht enthält Verbesserungen für private Bauherren. Die wichtigsten davon sind im Verbraucherbauvertrag geregelt. Das ist ein Vertrag, durch den der Unternehmer vom Verbraucher zum Bau eines neuen Gebäudes oder zu erheblichen Umbaumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude verpflichtet wird. Eine Verbesserung ist das Recht auf eine ordentliche Baubeschreibung. Viele aktuelle Baubeschreibungen sind so vage, dass Bauherren diesen nicht entnehmen können, worauf es wirklich ankommt  beispielsweise, wie das Haus konstruiert ist, welche Materialien verwendet werden, welche Dimensionen das Gebäude hat, wie es technisch ausgestattet wird, welches Heizsystem geplant ist, ob die Hausanschlüsse oder Außenanlagen im Preis enthalten sind und vieles mehr.

VPB: 3D-Gimmicks ersetzen nicht die reale Besichtigung

BERLIN. Wer ein Haus oder eine Wohnung sucht, der kennt das Problem: Wochenende für Wochenende, Abend für Abend Besichtigungen in immer neuen Objekten. Das ist Stress pur. Virtuelle Rundgänge sollen diese Anstrengung nun lindern. Basierend auf 360-Grad-Fotos präsentieren Makler zunehmend die Miet- und Kaufobjekte in entspannter Atmosphäre. Das klingt gut, hat aber seine Tücken. Der Verband Privater Bauherren (VPB) hält die virtuelle Besichtigung für nicht ausreichend, um eine Entscheidung für oder gegen ein Objekt zu treffen. Sie liefert allenfalls einen ersten Eindruck vom Innern der Wohnung. Mindestens ebenso wichtig wie das Innere sind aber das Umfeld der Immobilie und das Gemeinschaftseigentum, das zur Eigentumswohnung gehört. Erst wer die Umgebung kennt, weiß, auf was er sich einlässt. Jede Immobilie hat eine Nachbarschaft, sie hat Geräusche und Gerüche. Virtuelle Führungen blenden das aus. Sie sind allenfalls ein Einstieg in den Immobilienkauf. Wenn’s ernst wird, sind zwei bis drei reale Führungen nötig, eine davon mit dem unabhängigen Bausachverständigen, der die Immobilie auf Mängel hin prüft.

VPB-Umfrage: Private Bauherren sind in vielen Fällen auf Schlüsselfertigfirmen angewiesen

BERLIN. Private Bauherren sind bei ihrer Suche nach einer Eigentumswohnung oder einem Einfamilienhaus häufig auf die Angebote von Schlüsselfertiganbietern angewiesen, mit allen damit verbundenen Risiken. Wie groß ist der Einfluss der Baufirmen in Deutschland? Dominieren einzelne den Markt? Häufen sich die Insolvenzen? Das Institut Privater Bauherren (IPB) wollte das genauer wissen und bat die Sachverständigen des Verbands Privater Bauherren (VPB) in den bundesweiten Regionalbüros um ihre Einschätzung der Lage.

VPB-Umfrage: Typische Probleme beim Kauf von Neubau-Eigentumswohnungen

BERLIN. Im Augenblick werden bundesweit mehr Eigentumswohnungen gekauft als Einfamilienhäuser. Vor allem in den Städten geht der Trend zum Eigenheim auf der Etage. Die meisten Wohnungsanlagen werden von Bauträgern realisiert. Die wenigsten Bauherren wissen ganz genau, auf was sie sich beim Kauf einer Wohnung einlassen: lückenhafte Bauunterlagen, überzogene Zahlungspläne, vage Termine und möglicherweise noch viele Jahre Ärger durch mangelhafte Bausubstanz zählen zu den ganz realen Gefahren. Der Verband Privater Bauherren (VPB) hat seine Regionalbüros in den großen Städten um eine Einschätzung der Lage gebeten – wie ist die Lage am Neubaumarkt? Welche Erfahrungen machen private Bauherren beispielsweise in Städten wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Leipzig, Köln, Stuttgart, Tübingen, Kiel, Regensburg, Bielefeld und Heilbronn?

VPB-Umfrage: Private Bauherren sind in vielen Fällen auf Schlüsselfertigfirmen angewiesen

BERLIN. Private Bauherren sind bei ihrer Suche nach einer Eigentumswohnung oder einem Einfamilienhaus häufig auf die Angebote von Schlüsselfertiganbietern angewiesen, mit allen damit verbundenen Risiken. Wie groß ist der Einfluss der Baufirmen in Deutschland? Dominieren einzelne den Markt? Häufen sich die Insolvenzen? Das Institut Privater Bauherren (IPB) wollte das genauer wissen und bat die Sachverständigen des Verbands Privater Bauherren (VPB) in den bundesweiten Regionalbüros um ihre Einschätzung der Lage.

Laut Ergebnis der Umfrage werden in Deutschland Einfamilienhäuser vorrangig von Bauträgern angeboten. Dabei variieren die Zahlen in den einzelnen Gebieten, in etwa der Hälfte der Regionen, nämlich im ländlicheren- und Vorstadtbereich bieten Bauträger vor allem Einfamilienhäuser an, in knapp einem Fünftel (19 Prozent) der Regionen, vorwiegend in den Städten, bieten Bauträger eher Eigentumswohnungen an, und in gut einem Drittel (31 Prozent) der Regionen erstellen Bauträger sowohl Eigentumswohnungen als auch Einfamilienhäuser.

Ursache für das breite Bauträgerangebot ist der Mangel an freien Grundstücken. Die meisten Kommunen bieten heute privaten Bauherren kein Bauland mehr an. Sie machen es sich leicht und vergeben das Land lieber an Bauträger, die sich dann um alles Weitere kümmern, von der Entwicklung über den Verkauf bis zur Bebauung. Private Bauherren sind damit hochgradig abhängig von den Schlüsselfertiganbietern. Diese diktieren Preise und Termine, aber auch Baustil, Konstruktionsweise, Energieeffizienz und Materialwahl. Private Bauherren, die auf eine bestimmte Wohnlage angewiesen sind, müssen die Vorgaben akzeptieren oder sie bekommen das gewünschte Objekt nicht. Auch die Bitten um konkrete Pläne und Berechnungen, um exakte Bau- und Leistungsbeschreibungen oder Materialangaben bleiben oftmals unbeantwortet.

Im Baugeschäft haben private Bauherren bislang nur sehr wenige Verbraucherschutzvorschriften. Ändern soll sich das mit dem neuen Bauvertragsrecht, für das sich der VPB seit vielen Jahren aktiv einsetzt, das aber nun schon seit Monaten im Gesetzgebungsverfahren festhängt. Geht ein Bauträger pleite, droht ihnen unter Umständen sogar der Totalverlust ihres Geldes. Daran wird das neue Bauvertragsrecht nichts ändern, weil es den Bauträgervertrag nur sehr kursorisch behandelt. Hier sind weitere gesetzliche Maßnahmen erforderlich, auf die der VPB seit längerem drängt.

Unter der kommunalen Praxis, die Erschließungsplanung ganzer Baugebiete an einen Schlüsselfertiganbieter zu übertragen, leidet häufig auch das städtebauliche Bild der Neubaugebiete. Denn phantasielos geplante Grundstückszuschnitte und die angebotene Einheitsarchitektur vieler Baufirmen lässt Neubaugebiete im ganzen Land beliebig und trist wirken. Baukultur kann sich so nicht entwickeln. Laut Umfrage des Instituts Privater Bauherren dominieren in 44 Prozent der Regionen jeweils nur einige wenige Schlüsselfertigunternehmen den gesamten Markt. Das ist knapp die Hälfte. In 56 Prozent der Kommunen ist das Angebot vielschichtiger, dort teilen sich jeweils mehrere kleinere Bauträger das Geschäft. Das löst aber das Problem nicht – wer selbst und nach eigenen Vorstellungen bauen will, der findet kein Bauland.

Der VPB fordert deshalb schon lange von der öffentlichen Hand, privaten Bauherren wieder freies Bauland anzubieten. Nur so können Bauherren innovative Ideen verwirklichen und nachhaltige Häuser bauen. Nur so bekommt auch Baukultur wieder eine Chance.

Privaten Bauherren rät der VPB in jedem Fall, die ihnen offerierten Bauvertragsentwürfe vor der Unterschrift immer bautechnisch und baurechtlich von unabhängigen Experten prüfen zu lassen. Nur so erfahren Bauherren, auf was sie sich im konkreten Fall einlassen.