Tag: Verband Privater Bauherren


VPB: Rauchwarnmelder sind jetzt flächendeckend Pflicht

BERLIN. Fast in allen Bundesländern sind Rauchwarnmelder nun auch im Altbau Pflicht, im Neubau sowieso. Nur in Thüringen haben Bewohner und Vermieter Zeit noch bis Ende des Jahres, die Rauchwarnmelder nachzurüsten, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Zuständig für den Einbau der Rauchmelder ist immer der Eigentümer, auch in Mietwohnungen. Eine Ausnahme macht dabei lediglich Mecklenburg-Vorpommern: Dort muss der jeweilige Besitzer die Rauchmelder installieren, also eventuell auch der Mieter. Wie so oft im föderalen Deutschland sind die Pflichten zur Montage von Rauchmeldern in den einzelnen Landesbauordnungen jeweils leicht unterschiedlich geregelt, im Wesentlichen fordern aber alle Landesbauordnungen die Raumwarnmelder in allen Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die als Rettungswege gedacht sind. Die Landesbauordnungen regeln keine Details zu den Rauchwarnmeldern, jedoch gibt es mit der DIN 14676 eine Norm, die zum Beispiel die Montage in Raummitte empfiehlt und weitere Hinweise gibt. Experten raten darüber hinaus sogar zu erhöhtem Schutz: Alle Räume sollten mit Brandmeldern ausgestattet sein. Probleme gibt es dabei allerdings häufig in der Küche, wenn Küchendämpfe zu Fehlalarmen führen. Für die Küche eignen sich spezielle, temperaturempfindliche Brandmelder. Bauherren und Käufer von Altbauten sollten fehlende Rauchwarnmelder zur eigenen Sicherheit schnell nachrüsten, empfiehlt der VPB.

VPB-Sommerserie (1): VPB: Veraltete und falsche Vertragsmuster ignorieren Verbraucherrechte

BERLIN. Seit 1. Januar 2018 gilt das neue Bauvertragsrecht für alle Bauverträge, die seit diesem Zeitpunkt geschlossen werden. Es bringt privaten Bauherren mehr Schutz – vorausgesetzt, die Firmen halten sich daran. Das ist nicht immer der Fall, kritisiert der Verband Privater Bauherren (VPB). Die Bausachverständigen des VPB, die regelmäßig Schlüsselfertigbauverträge für private Bauherren prüfen, stoßen immer wieder auf Ungereimtheiten. Teils aus Unkenntnis, teils offenbar sehr bewusst, hebeln Baufirmen das neue Recht aus. Unterschreiben Bauherren solche Verträge, haben sie zwar dennoch die neuen Verbraucherrechte auf ihrer Seite. Aber Streit ist programmiert: Bauherren müssen ihre Schutzrechte dann oft mühsam gegen unwillige Vertragspartner durchsetzen, mitunter sogar vor Gericht.

„Das sollten Bauherren sich ersparen“, rät Holger Freitag, Vertrauensanwalt des VPB. „Besser ist es, die problematischen Verträge erst gar nicht zu unterzeichnen.“ Dazu müssen Bauherren aber wissen, worauf sie achten sollten. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt den Vertrag in jedem Fall vor der Unterzeichnung vom unabhängigen Sachverständigen checken.

VPB: Alte Heizungen müssen ausgetauscht werden

BERLIN. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert den Austausch alter Heizungen. Betroffen sind, mit wenigen Ausnahmen, jeweils Öl- und Gasheizungen, die 30 Jahre zuvor eingebaut wurden. 2018 müssen also die alten Konstanttemperaturkessel von 1988 raus, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Wer noch so eine Heizung im Keller hat, der sollte sich bald um Angebote und Handwerker kümmern, denn die beste Zeit für den Heizungstausch ist der Sommer. Auch alle, deren Heizung 1989 eingebaut wurde, können sich langsam mit dem Gedanken an die größere Investition im kommenden Jahr vertraut machen. Oft lohnt sich aber schon ein früherer Austausch. Wer den Heizungstausch gleich mit einer energetischen Sanierung verbinden möchte, braucht dazu unabhängige Energieberatung, um aus der enormen Bandbreite der technischen Möglichkeiten das für ihn Passende und finanziell Vernünftige herauszufiltern. Hausbesitzer müssen deshalb besonders darauf achten, wen sie mit der Energieberatung beauftragen. Seit Ende 2017 sind auch solche Energieberater zur staatlich geförderten energetischen Beratung zugelassen, die selbst hinterher die Arbeiten ausführen. Viele nutzen das logischerweise zur Akquise. Bauherren müssen das wissen und sollten entsprechend kritisch fragen, welche Interessen der einzelne Energieberater verfolgt.

VPB begrüßt Baukindergeld

BERLIN. „Das neue Baukindergeld ist eine gute Sache vor allem für junge Familien mit mehreren Kindern“, lobt Corinna Merzyn, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Privater Bauherren (VPB). Noch ist das Gesetz nicht verabschiedet, aber die Große Koalition einigt sich in immer mehr Details. In den Genuss der geplanten staatlichen Zulage kommen demnach voraussichtlich Eltern mit Kindern unter 18 Jahren. Pro Kind soll es 1.200 Euro Baukindergeld im Jahr geben und das bis zu zehn Jahre lang. Außerdem erhöht jedes Kind die Einkommenshöchstgrenze: Infrage kommt Baukindergeld für Familien mit einem zu versteuernden Jahres-Haushaltseinkommen bis zu 75.000 Euro. Wobei für jedes Kind weitere 15.000 Euro Freibetrag hinzukommen. Eine unlängst diskutierte Begrenzung der Wohnfläche ist vom Tisch. Abgewickelt werden soll das Baukindergeld voraussichtlich über die KfW.

VPB: Elektrosmog möglichst schon bei der Hausplanung vermeiden

BERLIN. Elektromagnetische Belastungen sind objektiv mit physikalischen Methoden messbar und setzen vielen Menschen zu. Deshalb ist es bei der Planung eines Hauses sinnvoll, sich bereits im Vorfeld Gedanken über die spätere Nutzung und auch die Möblierung der einzelnen Räume zu machen, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). An Wänden etwa, an denen Betten stehen, sollten von vornherein keine Elektroleitungen vorgesehen werden, auch im Wohnbereich sollten nur abgeschirmte Kabel verwendet werden. Der heute allgegenwärtige hausinterne Elektrosmog lässt sich im Neubau bei geschickter Planung und guter Bauberatung von vornherein vermeiden, zumindest minimieren. Althausbesitzer können sich nachträglich zumindest sogenannte Netzfreischaltungen einbauen lassen, rät der VPB. Diese schalten nicht nur das Elektrogerät ab, sondern mit dem Gerät auch gleichzeitig den gesamten Stromkreis, an dem das Gerät hängt. Das ist ideal für Schlaf- und Kinderzimmer: Wird das Licht ausgeknipst, entfällt die elektromagnetische Belastung von Geräten, Lampen und der Elektroinstallation. Freischaltungen lassen sich nachträglich in alten Häusern einbauen. Der Einbau ist immer Sache des kompetenten Fachbetriebes.

 

VPB: Kauf eines Tiny Houses sorgfältig abwägen

BERLIN. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Alternativen sind gefragt. Vor allem junge Leute und moderne Arbeitsnomaden begeistern sich zunehmend für Mini- oder Mikrohäuser. Unter dem Begriff „Tiny House“ kommt die Idee aus Amerika. Die flexiblen Minihäuser machen den Ortswechsel dort jederzeit schnell und preisgünstig möglich; das Tiny House rollt entweder selbst zum neuen Standort oder es wird verladen.

Was in Amerika gut funktionieren mag, hat in Deutschland Grenzen, so der Verband Privater Bauherren (VPB). Das Gesetz unterscheidet hierzulande klar zwischen Häusern und Fahrzeugen. Für beide gelten Auflagen. Hat ein Tiny House Räder und soll auf die Straße, ist es ein Wohnwagen und muss für den Straßenverkehr zugelassen sein. Campingwagen haben normalerweise serielle Zulassungen. Alle Extras müssen individuell beantragt und nachgenehmigt werden. Das gilt auch für Tiny Houses auf Rädern, die ja in der Regel individuelle Einzelanfertigungen sind. Bekommen die Besitzer die Zulassung, müssen die rollenden Kleinhäuser wie Wohnwagen angemeldet, versichert, versteuert und regelmäßig technisch kontrolliert werden.

VPB: Baubeschreibungen sind nicht immer ausreichend konkret

BERLIN. Wer heute einen Verbraucherbauvertrag abschließt, der bekommt zuvor eine umfassende Baubeschreibung ausgehändigt. Das ist im neuen Bauvertragsrecht so vorgesehen, das seit Anfang 2018 gilt, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB). Eine solche Baubeschreibung zeigt, welche Leistungen die Bauherren für den vereinbarten Preis erhalten, wie das Haus konstruiert werden soll, welche Materialien verwendet werden, welche Dimensionen das Gebäude bekommt und welche technische Ausstattung vorgesehen ist. Die Baubeschreibung muss also sehr konkret sein und wird im Regelfall später Vertragsinhalt. Allerdings enthalten nach VPB-Erfahrung auch detaillierte Baubeschreibungen mitunter Unwägbarkeiten, die zu Mehrkosten führen können. Klassisches Beispiel ist die Beschaffenheit des Baugrunds. Nicht immer sind die Bodenverhältnisse vor dem Bau bekannt. Je nach Boden variieren aber die Kosten für Gründung und Kellerausführung. Solche Unwägbarkeiten können später die Finanzierung der Bauherren ins Wanken bringen. Damit Bauherren damit nicht kalt erwischt werden, müssen solche ungeklärten Bedingungen in der Baubeschreibung erwähnt werden. Die Bauherren wissen dann zwar, dass durch andere Bodenverhältnisse als in der Baubeschreibung angenommen der Hauspreis ganz enorm steigen kann, aber sie wissen deshalb noch nicht, um wie viel. Damit sie so wichtige Dinge nicht übersehen, sollten Bauherren Vertragsentwürfe von unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen.

 

VPB: Wer Außenanlagen selbst gestaltet, muss an Abdichtung denken

BERLIN. Wer selbst beim Bauen Hand anlegt, der kann Geld sparen. Allerdings nur, wenn die Eigenhilfe sorgfältig vorbereitet und detailliert in den Bauvertrag hineinverhandelt wird, so der Verband Privater Bauherren (VPB). Vergessen Bauherren bei der Vertragsgestaltung bestimmte Details, kann die Eigenhilfe sogar zusätzliches Geld kosten, statt Ausgaben zu sparen. Das Problem sind die Schnittstellen: Immer dann, wenn eine Firma auf den Arbeiten einer anderen aufbaut oder Bauherren ab einem gewissen Punkt selbst die Arbeiten fortführen, muss klar sein, wie die Vorgängerfirma den Bau übergeben muss. Eine klassische Schnittstelle, die immer wieder für Ärger sorgt, ist die Außenanlage. Legen Bauherren den Garten in Eigenregie an, müssen sie ganz früh klären, wie hoch der Garten später aufgefüllt wird. Danach richtet sich die Höhe und Andichtung der Sockellinie – auch an Fenstertüren auf die Terrasse! Liegt sie zu tief oder ist nur teilweise ausgeführt, sind Feuchteschäden programmiert. Dann müssen die Bauherren das Problem auf eigene Kosten lösen und entweder die Abdichtung höher ziehen oder den Garten tiefer legen und entsprechende Treppen ans Haus bauen. Beides kostet die Bauherren unnötig Geld. Vermeiden können sie das, indem sie sich frühzeitig vom unabhängigen Sachverständigen über die Schnittstellen bei Eigenleistung beraten lassen und diese in den Vertrag aufnehmen lassen.

 

VPB: Bei der Bauplanung auch an Umbauten in der Zukunft denken

BERLIN. Die Bedürfnisse der Menschen ändern sich im Laufe des Lebens. Das gilt auch für die Ansprüche an Ein- und Zweifamilienhäuser, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB) und rät, Immobilien von Anfang an wirtschaftlich nachhaltig zu planen. Räume sollten flexibel und vielfältig benutzbar sein, damit sich die Raumaufteilung und Nutzung jederzeit ändern lässt. Große Häuser und Wohnungen sollten sich grundsätzlich in zwei oder mehrere kleinere Einheiten mit separaten Eingängen teilen lassen. Wichtig für die flexible Nutzung ist auch die Barrierefreiheit. Immer eine Überlegung wert ist laut VPB die Frage: Komme ich mit weniger Raum aus? Wer die Wohnfläche reduziert, zahlt weniger für den Bau und spart später bei der laufenden Unterhaltung. Wer solche Überlegungen von Anfang an in seine Überlegungen einbezieht und sie eventuell sogar schon mit plant, der kann sein Haus im Laufe des Lebens immer wieder und ohne allzu hohen finanziellen Einsatz an seine Bedürfnisse anpassen. Das ist nachhaltiger als Verkauf, Neukauf und Umzug, bei denen stets fixe Kosten anfallen.

 

VPB: Fundamenterder müssen funktionieren

BERLIN. Den „Fundamenterder“ kennen die wenigsten Bauherren. Er ist Teil des elektrischen Schutzsystems eines Hauses und damit lebenswichtig für die Bewohner, denn er leitet bei Blitzeinschlägen die Spannung im Haus oder in der Nachbarschaft ins Erdreich ab, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB). Früher, als Kellerböden noch feucht waren und direkten Kontakt mit dem Erdreich hatten, funktionierte dieser Potentialausgleich gut. Seit immer mehr Keller aus wasserundurchlässigem Beton gegossen werden, wird der Ausgleich unterbunden. Aber auch schlecht leitende, trockene Bodenschichten können dieses Problem nach sich ziehen. Fundamenterder müssen deshalb heute oft anders verlegt werden. Laut DIN 18014:2014-3 liegen Fundamenterder unter WU-Kellern unter der Gebäudesohle im Erdreich – bei nicht unterkellerten Gebäuden bis zu 80 Zentimeter. Dort werden sie ringförmig um das gesamte entstehende Haus herum in V4A–Material eingebaut und mit dem Potentialausgleich in der Bodenplatte verbunden. Im Ernstfall wird so die Überspannung gleich unter die Bodenplatte und ins Erdreich geleitet. Bauherren sollten bei ihren Baustellenbesuchen auf diese Details achten und im Zweifel den unabhängigen Sachverständigen mit einer Kontrolle beauftragen.