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Welttag des Labors – Blick auf den Arzt im Hintergrund

Berlin – Rund zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen beruhen auf Laboruntersuchungen oder werden durch sie bestätigt. Nach den Hausärzten sind die Labormediziner die am häufigsten konsultierte Facharztgruppe. Doch wem ist das bewusst? Deutschlands Laborärzte wollen dies ändern.

Am morgigen „Welttag des Labors“ öffnen zahlreiche medizinische Labore ihre Pforten. Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) und die Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) nahmen den Tag zum Anlass, heute (22.) in Berlin auf die Bedeutung der Labormedizin für die Versorgung der Bevölkerung und den medizinischen Fortschritt hinzuweisen.

Die Labordiagnostik liefere einen wesentlichen Beitrag zur Früherkennung und Vermeidung von Krankheiten und sei oft für die Therapiesteuerung unentbehrlich, betonte der Präsident der wissenschaftlichen Fachgesellschaft DGKL, Professor Dr. Berend Isermann. Sie sei ein Innovationsmotor und unter anderem Voraussetzung für die personalisierte Medizin. Isermann setzte sich für eine Stärkung der universitären Ausbildung von Laborärzten ein. Sie sei erforderlich, um die Innovationskraft dieses medizinischen Faches und die Sicherstellung der flächendeckenden labormedizinischen Versorgung zu erhalten. Die ärztliche Kompetenz bei der Beurteilung der Untersuchungsergebnisse und Einschätzung des weiteren Krankheitsverlaufs sei unverzichtbar.

Christiane Maschek, als stellvertretende Vorsitzende im Dachverband der Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin (DVTA) für Ausbildung zuständig, wies auf die – auch durch die hohe Innovationskraft des Faches – steigenden Anforderungen an die Qualifikation der Assistenzberufe in der Laboratoriumsmedizin hin, die eine Novellierung der Prüfungsordnung notwendig mache.

Dr. Utz P. Merten, ehemaliger Präsident der Weltvereinigung der Gesellschaften für Pathologie und Labormedizin (WASPaLM), bewertete die Stellung Deutschlands in Sachen labormedizinische Versorgung. Im internationalen Vergleich liege Deutschland auf einem der vorderen Plätze. Vergleiche man die dafür aufgewendeten Mittel, dann sei Deutschland auf den hinteren Rängen zu finden.

Der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL), Dr. Andreas Bobrowski, geht von einer zunehmenden Inanspruchnahme labormedizinischer Leistungen aus. Gründe hierfür seien die Altersentwicklung der Bevölkerung und der medizinische Fortschritt, der oft mit ergänzenden Laboruntersuchungen einhergehe. „In kaum einem anderen Fach werden Methoden und Ergebnisse aus der Grundlagenforschung so schnell in routinefähige Verfahren umgesetzt“, betonte er.

Die Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sind eine der kleinsten Arztgruppen. Die aktuelle Statistik der Bundesärztekammer zählt 1090 berufstätige Laborärzte. Allerdings haben sie eine zentrale Bedeutung. Für 400 von 1000 Patienten werden Laboruntersuchungen vom behandelnden Arzt angefordert. Mithilfe der Laborergebnisse werden nicht nur Krankheiten diagnostiziert oder Diagnosen bestätigt, sie dienen auch der Krankheitsvorbeugung und der Therapiekontrolle. Die gesetzlichen Krankenkassen wenden für Labormedizin rund drei Prozent ihrer Mittel auf.

Weitere Informationen zur Labormedizin finden Sie hier: http://www.bdlev.de/

Über den BDL
Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) vertritt die beruflichen und wirtschaftlichen Belange der Fachärzte für Laboratoriumsmedizin auf nationaler und internationaler Ebene. Der BDL ging 1984 aus der 1956 gegründeten Arbeitsgemeinschaft der Laborärzte Deutschlands hervor. Der BDL arbeitet eng mit dem wissenschaftlichen Fachverband „Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V.“ (DGKL) zusammen und hat heute rund 440 Mitglieder. Die Verbandsgeschäftsstelle ist in Düsseldorf.